Nun will Bäretswil den Steuerfuss doch erhöhen
Nirgends im Bezirk Hinwil sind die Steuern so tief wie in Bäretswil. Noch Ende letzten Jahres erklärte der Gemeinderat, dass er am derzeitigen Steuerfuss von 102 Prozent festhalten will.
Nun plant er für das kommende Jahr 2022, den Steuerfuss um 4 Prozent zu erhöhen. Dies wegen steigenden Kosten in den Bereichen Gesundheit und Soziales sowie zur Selbstfinanzierung von zukünftigen Investitionen.
Für das laufende Jahr 2021 wurde ein Ausgabenüberschuss von 483‘100 Franken budgetiert, wie es im Behördenbericht der Gemeinde vom 29. September steht. Gemäss aktueller Hochrechnung wird nun mit einem höheren Ausgabenüberschuss von 1‘209‘370 Franken gerechnet, was gegenüber dem Budget eine Verschlechterung um 726‘370 Franken ist.
Die Mehrkosten werden vor allem in den wenig beeinflussbaren Bereichen der Pflegefinanzierung, der Ergänzungsleistungen zur AHV und IV und der Schneeräumung. Zudem fallen die Grundstückgewinnsteuern voraussichtlich um rund 400‘000 Franken tiefer aus, was jedoch nur teilweise durch höhere ordentliche Steuern kompensiert wird.
Weiter schreibt der Gemeinderat: «Um die ab 2023 und vor allem 2024 geplanten Investitionen (Ersatz Turnhalle Adetswil) ohne eine allzu grosse Neuverschuldung selbst finanzieren zu können, sind gemäss Finanzplan 2022–2026 weitere Steuererhöhungen geplant.»
Aus heutiger Sicht würden gemäss dem Finanzplan bis 2026 Steuererhöhungen im Umfang von 9 Steuerprozenten nötig, um die geplanten Investitionen nicht vorwiegend über Schulden zu finanzieren. Die Erhöhungen könnten moderater ausfallen, wenn sich die Mittel der Steuerkraft besser als geplant entwickeln (Corona-Erholung) oder das Stimmvolk auf Investitionen verzichte.

