Schwarzmaler und Besserwisser haben in diesen Tagen Hochkonjunktur. Eine düstere Pandemie-Prognose jagt die andere. Kaum gibt es einen Silberstreifen am Horizont über die Impferfolge, zerstört eine Meldung über eine neue Virusmutation die aufkeimende Hoffnung wieder. Zu jeder Analyse eines Experten erfolgt umgehend die Prognose eines andern Experten, der genau das Gegenteil behauptet.
Und keine zwei Minuten später melden sich bereits die ersten Politikerinnen und Politiker, die umgehend Massnahmen fordern – mehr Regeln, weniger Regeln, mehr Schutzmassnahmen, weniger Schutzmassnahmen. Und alle behaupten, wenn nicht sofort nach ihren Wünschen gehandelt werde, würde alles noch viel schlimmer werden.
Die Politik hat längst erkannt, dass Schwarzmalerei umso mehr Aufmerksamkeit generiert, je düsterer und krasser sie formuliert ist. Verwirrung, Verunsicherung, Streit und Spaltung durch die ganze Gesellschaft sind die fatalen Folgen.
« Eine falsche Ausgewogenheit in der wissenschaftlichen Berichterstattung vermittelt den Eindruck, dass diese Themen umstritten sind, obwohl die Faktenlage eindeutig ist. »
Eine besondere Rolle in der ganzen Entwicklung spielt dabei das Prinzip der falschen Ausgewogenheit (englisch: false balance). Medien sind stets um eine ausgewogene Berichterstattung bemüht und versuchen, unterschiedliche Meinungen gleichwertig darzustellen.

