Umbau des unteren Seelisbergweihers
Sicherheitstechnische Überprüfungen der 150 Jahre alten Seelisbergweiher oberhalb Gibswil in der Gemeinde Fischenthal hatten ergeben, dass die Anlagen den heutigen Sicherheitsvorschriften nicht mehr genügen. Insbesondere die Stabilität der Erddämme weise Mängel auf, wie das kantonale Amt für Landschaft und Natur mitteilt. Bei einem Dammbruch wären Menschen und Sachwerte im Unterlauf gefährdet. Um diese Gefahr zu beseitigen, wurde ein Bauprojekt für den Umbau des unteren Seelisbergweiher erarbeitet, das die baulichen Eingriffe möglichst gering halten soll. Als vorbereitende Massnahme wurde der Weiher im Herbst 2020 abgefischt und entleert.
Sicherheit geht vor
Bald werden die Umbauarbeiten beginnen: Vorgesehen sind die partielle Absenkung des unteren Dammes, der Einbau eines neuen Auslaufes und eine Verstärkung des oberen Dammes durch eine Anschüttung am Dammfuss. Im östlichen Drittel des ehemaligen Weihers wird wieder eine Wasserfläche von geringerer Tiefe geschaffen. Daran angrenzend soll sich eine Feuchtwiese entwickeln, die durch den Zulauf vom oberen Weiher durchflossen und gespeist wird. Mit Ausnahme der Feuchtwiese, auf der eine Schicht Torf ausgebracht wird, ist für die Schüttungen nur stabilisierter Schlamm aus dem Weiher und dem Dammabtrag vorgesehen. Damit können die Materialtransporte gering gehalten werden.
Die Natur wird noch vielfältiger
Der Umbau bedeutet einen starken Eingriff in die Lebensgemeinschaften im unteren Weiher und wird das Landschaftsbild im Seelisberg verändern. Er führt aber auch zu einer Erhöhung der Biodiversität. Es werden neue, zuvor nicht dagewesene Lebensräume geschaffen: Neben dem oberen Seelisbergweiher, welcher in seiner Ausdehnung und Qualität erhalten bleibt, entsteht ein kleinerer Stillwasserbereich mit einer angrenzenden Feuchtwiese, wo ganz verschiedenen Lebewesen einen Lebensraumsraum finden. Der seichte Weiher wird besonders attraktiv für Amphibien. Libellen schätzen den flachen Uferbereich zwischen Stillgewässer und Feuchtwiese. Schmetterlinge, darunter auch gefährdete Arten, sind auf Blütenpflanzen angewiesen, welche in der Riedwiese ein Zuhause finden.
Die Natur im Seelisberg werde noch vielfältiger und für Interessierte weiterhin ein spannender Ort für Naturerlebnisse. Nach Abschluss der Umbauarbeiten im Frühling 2022 ist das Naturschauspiel der Wiederbesiedelung des unteren Weihers zu beobachten.

