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Als dreiste Diebe die Polizei beklauten

Der erste Dübendorfer Gemeindepolizist war auch noch Hauswart und musste mit bescheidener Ausrüstung und ohne Ausbildung für Ruhe und Ordnung sorgen. Bei seinen Kontrollen in den Wirtshäusern erwischte er regelmässig Behördenvertreter.

Gruppenbild mit Dienstwagen, mit im Bild ist der erste Dübendorfer Gemeindepolizist Gotthilf Ammann (2. von rechts)., Das Dübendorfer Polizeikorps vor dem Polizeiposten an der Wilstrasse (undatierte Aufnahme).

Archiv: Stadtpolizei Dübendorf

Als dreiste Diebe die Polizei beklauten

Abgeschlossene Berufslehre des Holz- oder Metallhandwerks, Befähigung im schriftlichen Verkehr, sicheres Auftreten, Militärtauglichkeit, Alter nicht über 35 Jahre: Das waren gemäss eines im Januar 1946 publizierten Stelleninserats die Anforderungen an den ersten Dübendorfer Gemeindepolizisten.

Bevorzugt wurden verheiratete Bewerber, die sich «auf ihre Ehefrauen stützen» konnten. Denn zu den Aufgaben gehörte auch die Abwarttätigkeit im damaligen Gemeindehaus, wo sich der «Polizeiposten» befand. Die Einrichtung bestand aus Tisch, Pult, Schrank und Schreibmaschine.

Den Zuschlag erhielt Gotthilf Ammann, der keine polizeispezifischen Kenntnisse mitbrachte; sein fachliches Wissen und Können basierte auf seinem vorhergehenden Beruf als Grenzwächter. Erst drei Jahre nach Dienstantritt durfte er eine achtwöchige Polizeischule bei der Stadtpolizei Zürich absolvieren; heute dauert die Polizeiausbildung zwei Jahre.

«Sitzenbleiben» als Verstoss

Ausgerüstet war Ammann mit einem Knüppel, einer Pistole und seinem privaten Velo als «Dienstfahrzeug», was etwa Einsätze in Gockhausen nicht ganz einfach machte. Zu Beginn tat er in seiner Zivilkleidung Dienst.

Während die schon damals bestehende Kantonspolizei in Dübendorf kriminalpolizeiliche Aufgaben zu erfüllen hatte, war es an der Gemeindepolizei, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Ein häufig vorkommender Verstoss war das «Sitzenbleiben nach Wirtschaftsschluss», wobei bei Kontrollen immer wieder Behördenvertreter zur Rechenschaft gezogen wurden. An der Tagesordnung waren auch Streitigkeiten, Nachtruhestörungen und Nichteinhalten der Verkehrsregeln.

Mit zunehmender Einwohnerzahl stieg die Anzahl der Vergehen, und es kam zu mehr Verkehrsunfällen. Weiter nahm auch die Klein- und Jugendkriminalität zu, wozu Velodiebstähle und andere «Diebereien» gehörten.

Einbruch im Polizeiposten

1960 schaffte sich Ammann ein Privatauto an, das er für Diensteinsätze nutzen durfte. Für die gefahrenen Kilometer erhielt er eine Entschädigung, den Bau einer provisorischen Garage hingegen musste er selber berappen.

Im Sommer 1961 schliesslich war die Zeit des Einmannbetriebs zu Ende – ein zweiter Gemeindepolizist wurde angestellt. Danach ging es verhältnismässig rasch mit der Erhöhung des Personalbestands. Und 1964 bewilligte der Gemeinderat 10‘000 Franken für das erste offizielle Dienstfahrzeug, einen VW 1500 S.

1973 zügelte die Gemeindepolizei an ihren heutigen Standort, das ehemalige Sekundarschulhaus an der Wilstrasse 18. Im selben Jahr genehmigten die Stimmberechtigten eine neue Gemeindeordnung, Dübendorf wurde zur Stadt und die Gemeinde- zur Stadtpolizei.

1974 bestand das Korps aus einem Postenchef, zwei Postenchef-Stellvertretern und fünf Polizeibeamten. Diese konnten nicht verhindern, dass in der Nacht auf den 12. Mai desselben Jahres Einbrecher in den Polizeiposten einstiegen und Finderlöhne, Hundemarkengeld und eine Dienstpistole mitgehen liessen. Die Täter wurden nie gefasst.

Quellen: Heimatbuch, Chronik «Von der Dorfwacht zur Stadtpolizei», Chronik «Stadtpolizei Dübendorf, 1946 – 2021»

Tag der offenen Tür
 

Die Stadtpolizei feiert ihr  75-Jahr-Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür am Samstag, 4. September, von 11.30 bis 16 Uhr an der Wilstrasse 18. Auf dem Programm stehen Vorführungen mit einem Schutz- und einem Drogenspürhund (12.45 / 14.15 / 15.45 Uhr) und Führungen durch das Gebäude, während denen auch Dienstwaffen und gefährliche Gegenstände präsentiert werden (11.45 / 13.15 / 14.45 Uhr).
 
Auf einer Blaulichtmeile können Streifenwagen und Motorräder besichtigt werden und es besteht die Möglichkeit, eine Schutzausrüstung anzuprobieren. Für Neugierige haben Verkehrskadetten und –instruktoren einen Informationsstand aufgebaut, für Hungrige gibt’s einen Grillstand und die Kleinen können sich schminken lassen.

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