Kennen Sie Ihren persönlichen Anteil am Geschäftserfolg « Ihres » Unternehmens? Natürlich freut Sie das Lob Ihres Chefs; auch bleibt es länger im Gedächtnis haften als eine negative Rückmeldung. Aber wir neigen dazu, unsere eigenen Leistungen und Fähigkeiten zu überschätzen, selbst wenn objektive Informationen uns eines Besseren belehren (sollten).
Nun konnte diese Überbewertung positiver Feedbacks und das Verdrängen negativer Faktoren, die an unserem Selbstbewusstsein kratzen, empirisch nachgewiesen werden. So berichtet die American Economic Review über ein umfangreiches Verhaltensexperiment mit mehr als 700 Probanden, das vom Bonner Wirtschaftsprofessor Florian Zimmermann durchgeführt wurde.
Der Forschungsdirektor am briq-Institut für Verhalten und Ungleichheit führte zuerst bei den Teilnehmern einen Intelligenztest durch und bat sie anschliessend um die Einschätzung darüber, ob ihr Ergebnis in der oberen Hälfte einer Gruppe mit zehn Testpersonen liege.
« Die Teilnehmer revidierten ihre Selbstwahrnehmung unmittelbar nach der Bekanntgabe ihres relativen Abschneidens. »
Anschliessend teilte man ihnen mit, wie gut sie im Vergleich zu zwei anderen, zufällig ausgewählten Gruppenmitgliedern abgeschnitten hatten und räumte ihnen die Möglichkeit zur Revision ihrer Selbsteinschätzung ein. Einige Probanden wurden unmittelbar danach erneut befragt, andere erst nach einem Monat. So liess sich eruieren, in welcher Form sie auf positive oder negative Rückmeldung reagieren und ob sich diese unterscheiden.

