Sie beschäftigt uns schon seit eineinhalb Jahren und wird dies wohl auch noch eine Weile tun – die Corona-Pandemie. Während in den Sommermonaten Lockerungen für einen lang ersehnten Lichtblick sorgen, steigen die Fallzahlen wieder an. Bevor wir uns mit einer möglichen vierten Welle konfrontiert sehen, möchte die Redaktion von Züriost jedoch einen Moment innehalten und einen Rück- und Ausblick wagen.
Wie erleben Oberländerinnen und Oberländer die andauernde Ausnahmesituation? Wie bewältigen sie die Herausforderungen der Pandemie – beruflich und persönlich? Inspiriert von Max Frischs Fragebogen hat die Redaktion 10 Fragen zusammengestellt und Persönlichkeiten aus der Region damit konfrontiert. Heute mit Christophe Rosset, Kulturbeauftragter der Stadt Wetzikon.
Wo hätten Sie, wenn Sie die Wahl gehabt hätten, die Pandemie am liebsten ausgesessen?
Christophe Rosset: Ich war kurz vor der Pandemie auf Segelurlaub und konnte grad noch meine Batterien laden. Klar wäre ich auch gerne einfach geblieben und hätte meine Ferien auf dem Meer verlängert...
Wenn Sie ehrlich mit sich selbst sind, nach Homeoffice-Pflicht und Quarantäne: Wie sehr mögen Sie Ihre Wohnung noch?
Ich muss zugeben, dass ich vor der Pandemie lieber bei mir zuhause war. Aber ich habe mich mit der Situation arrangiert und verschob meinen Arbeitsplatz – sofern es möglich war – mehr und mehr an andere Orte: zu meinem Sohn ins Atelier, ins Haus meines Bruders am See, in meine Heimat Stans, wo ich auch ein kleines Atelier mitbenutzen durfte.
Gibt es eine Person in Ihrem Umfeld, bei der Arbeit oder in der Familie, die Sie während der Pandemie mit neuen Augen gesehen haben?
Da gibt es einige, aber am meisten hat sich das « Verhältnis » zu meinen betagten Eltern verändert, weil sie eine Woche vor der Pandemie testweise ins Altersheim gingen und letztlich dort blieben. Es ist aber nicht so, dass ich die Menschen nur mit neuen Augen sehe, sondern dass die Pandemie auch Einfluss auf gewisse Menschen hatte und sich diese differenziert verhalten haben.

