Sie sind knallgrün, gross, dick und versprechen schon beim Anschauen ein knackiges Gaumenerlebnis: Die Essiggurken der Familie Kocher vom Mönchaltorfer Lindhof. Bauer Rolf Kocher und sein Cousin Robert Kocher haben vor fünf Jahren eine alte Familientradition wiederbelebt und die Frucht quasi aus dem Dornröschenschlaf geweckt.
Essiggurken nehmen auf dem Lindhof schon seit langem eine besondere Rolle ein. «Mein Grossvater hat ab 1947 Essiggurken angepflanzt und diese mit seinem Bruder in einer eigenen Fabrik verarbeitet und verkauft», erzählt der Landwirt und verweist dabei auf noch heutig sichtbare Zeitzeugen wie ein alter Kamin oder nummerierte Regale für die abgefüllten Einmachgläser.
Lange Gurkenpause
Die Kocher-Gurken seien damals in der Umgebung wegen ihrer Qualität sehr beliebt gewesen. «Das Aroma und der Knackgrad müssen bei Gurken stimmen», so Kocher. Dieser Grundsatz habe sich seit damals nicht verändert. Die familiäre Gurkenproduktion musste aber vor rund fünfzig Jahren aus gesundheitlichen Gründen eingestellt werden und die Kocher-Essiggurke war bis vor fünf Jahren Geschichte.
«2017 beschlossen wir dann in der Familie, nochmals auf die Gurke zu setzen. Jetzt oder nie mehr», sagte sich der heute 51-jährige Landwirt. Ältere Einwohner aus der Umgebung hätten sie immer wieder mal darauf hingewiesen, dass man die Kocher-Gurken vermisse. Auch sah die Familie in der Gurken-Produktion ein willkommenes Zusatzeinkommen. «Zudem passt die Gurke in unseren saisonalen Betrieb», so Kocher. Während die Kirschen im Frühsommer geerntet werden und im Winter das Geschäft mit den Christbäumen im Gang ist, seien die Gurken sind zwischen Juni und Oktober arbeitsintensiv und verzahnten sich somit im Jahreskalender ideal mit dem Rest.

