Sie beschäftigt uns schon seit eineinhalb Jahren und wird dies wohl auch noch eine Weile tun – die Corona-Pandemie. Während in den Sommermonaten Lockerungen für einen lang ersehnten Lichtblick sorgen, steigen die Fallzahlen wieder an. Bevor wir uns mit einer möglichen vierten Welle konfrontiert sehen, möchte die Redaktion von Züriost jedoch einen Moment innehalten und einen Rück- und Ausblick wagen.
Wie erleben Oberländerinnen und Oberländer die andauernde Ausnahmesituation? Wie bewältigen sie die Herausforderungen der Pandemie – beruflich und persönlich? Inspiriert von Max Frischs Fragebogen hat die Redaktion 10 Fragen zusammengestellt und Persönlichkeiten aus der Region damit konfrontiert. Heute mit Yvonne Bürgin, Mitte-Kantonsrätin aus Rüti.
Wo hätten Sie, wenn Sie die Wahl gehabt hätten, die Pandemie am liebsten ausgesessen?
Yvonne Bürgin: Rückblickend kommt mir kein besserer Ort in den Sinn als die Schweiz. Wir hatten nie Ausgangssperre, durften uns immer in der freien Natur bewegen und auch wenn es anfänglich Hamsterkäufe gab, so hatten wir immer genügend Nahrungsmittel und Medikamente. Manche Dinge wurden zwar zeitweise knapp, aber der Nachschub hat immer funktioniert.
Wenn Sie ehrlich mit sich selbst sind, nach Lockdown und/oder Quarantäne: Wie sehr mögen Sie Ihre Wohnung noch?
Glücklicherweise lebe ich in einer schönen und gemütlichen Dachstockwohnung. Natürlich gab es Momente, in denen ich dachte, mir falle die Decke auf den Kopf. Ein Spaziergang an der frischen Luft hat jedoch immer geholfen. Ich mag meine Wohnung nach wie vor sehr gerne.
Gibt es eine Person in Ihrem Umfeld, bei der Arbeit oder in der Familie, die Sie während der Pandemie mit neuen Augen gesehen haben?
Nicht unbedingt mit neuen Augen, aber vor allem sehr oft habe ich in der Pandemie meine drei Teenager Kinder gesehen. Im Gegensatz zu meinen Jugendjahren, welche geprägt waren von kurzen Nächten, viel Zeit mit Freunden und der einen oder anderen Reise, mussten meine Kinder sehr viel Zeit zu Hause verbringen. Aber anstatt zu rebellieren, haben sie an Reife gewonnen. Ich bin sehr stolz auf sie, dass sie diese schwierige Zeit so gut gemeistert haben.

