«Die Schweiz war einst ein Fussballland, wo man noch echte Schweizer fand. Die Kerle waren echt im Saft und spielten noch mit Leidenschaft.» So beginnt das Mitte Juni auf der Homepage der Männerriege Uster (MRU) publizierte Gedicht «Schweizer Fussball-Nati» eines Vereinsmitglieds.
Der Dichter (Name der Redaktion bekannt) schreibt weiter: «Plötzlich kamen fremde Wesen (...) vom Balkan und aus Afrika (...) wer die Schweiz nicht richtig kennt, bei dem wohl nie das Feuer brennt.» Der Verfasser gibt des Weiteren zu, dass die von ihm als «neuen Spieler» definierten Fussballer alle einen Schweizer Pass besässen, moniert aber, dass es ihnen nie gelingen werde, vor den Spielen die Nationalhymne zu singen.
Weil diese den Hymne-Text nicht kennen, weil sie die Hymne willentlich nicht singen mögen oder aus einem anderen Grund, bleibt offen. Die besagten Spieler werden im Rahmen der Fussball-EM als Statisten bezeichnet und würden allgemein ein Herrenleben frönen. Mit einem Blick auf die Aufstellungen der Fussball-Nati sind, unschwer erkennbar, die Spieler Manuel Akanji, Granit Xhaka, Xherdan Shaqiri, Breel Embolo, Haris Seferovic, Kevin Mbabu, Admir Mehmedi oder Mario Gavranovic gemeint. Der dichtende Ustermer fordert schliesslich: «Lasst echte Schweizer an den Ball (...) schickt die Söldner in die Rente.»
Damit feuert der Verfasser erneut die öffentliche Diskussion an, wer im Schweizer Mannschaftsverbund ein «echter» und wer ein «falscher» Schweizer ist. Der ehemalige Nati-Kapitän Stephan Lichtsteiner hatte 2015 mit öffentlichen Aussagen eine entsprechende Debatte ausgelöst.

