Zehntausende Blitze und ein Stromausfall in Brüttisellen
Der Sommer 2021 wird als besonders unwetterträchtig in die Annalen eingehen. Nur wenige Tage währte das angenehme und schöne Sommerwetter, ehe im Laufe des Samstags ein Tiefdruckgebiet über der Bretagne und eine sich nur sehr langsam fortbewegende Kaltfront erneut für eine Schwergewitterlage führte.
Auch am Sonntag und am Montag wird dieses Tief mit einer mässigen südwestlichen Höhenströmung weiterhin schubweise feuchte und instabile Luft zum Alpenraum führen.
Erster Donnergrollen war am Samstag in der Region bereits am früheren Nachmittag zu hören. Richtig zur Sache ging es aber vom späten Nachmittag bis in die Nacht hinein. Laut Meteonews gab es vielerorts teils kräftige Gewitter mit vielen Blitzen, Starkregen und lokal Hagel sowie Sturmböen.
Gestern Abend war in Hinwil sogar ein sogenannter Funnel zu beobachten, einer Vorstufe eines Tornados (Video: Cyrill Steiger)
Am meisten betroffen waren dabei der Bezirk Uster und das Zürcher Oberland sowie die Ostschweizer Kantone St. Gallen, beide Appenzell und Thurgau. Insgesamt gab es bis Mitternacht knapp 30 000 Blitze, nach Mitternacht kamen noch weitere knapp 5000 dazu.
Besuch aus Lyon
Die Mehrheit dieser Gewitter entstand zwischen 15 und 16 Uhr im Berner Oberland sowie in der Zentralschweiz. Sie zogen nachfolgend bis etwa 19 Uhr unter Verstärkung zur Ostschweiz.
Eines dieser Gewitter – vermutliche eine Superzelle – hatte ihren Ursprung gemäss Forenberichten auf www.meteoradar.ch sogar im Raum Lyon. Dieses Gewitter erreichte die Region um etwa 21.15 Uhr, wo sie sich dann auflöste. Diese Zelle war relativ hochbasig, und da sie sich schon weitgehend ausgeregnet hatte, war ein ausserordentlich guter Blick auf immer noch gleissenden letzten Erdblitze dieser sterbenden Zelle möglich.
Hochwasserlage nicht verschärft
Die Niederschlagsmenge fiel laut Meteonews sehr unterschiedlich aus, da die Gewitter sehr ungleich über die Schweiz verteilt waren. «Die Gewitter zogen recht schnell von Südwest nach Nordost, in kurzer Zeit fielen teils grosse Regenmengen mit lokal Hagel, die Gewitter waren dann aber auch schnell wieder durch», schreibt Meteonews.
Da die Regenmengen über die Fläche gesehen nicht ausserordentlich hoch waren, haben die Wasserstände der grossen Flüsse und Seen kaum reagiert, sodass sich die Hochwasserlage nicht verschärft hat.
In Brüttisellen ZH fiel am Samstag kurz nach 16 Uhr der Strom aus, wie die Nachrichtenagentur SDA berichtete. Ganz Brüttisellen war ohne Strom, wie ein Sprecher der Kantonspolizei Zürich am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.
Ein Blitzschlag hatte bereits am Samstagmorgen den Bahnverkehr zwischen dem Hauptbahnhof Zürich und Zürich Giesshübel lahmgelegt.
Heute und in den kommenden Tagen gibt es nun weitere Gewitter, die lokal auch wieder recht heftig ausfallen können, so die Prognose von MeteoNews. (rst, mre, sda)

