Im vergangenen April präsentierte die Stadt Uster ein Pilotprojekt auf dem Weg zur «velofreundlichen Stadt». Auf der Brandstrasse, einer durchschnittlich befahrenen Quartierstrasse, wurden die Velostreifen so breit ausgelegt, dass Autofahrer bei «Belegung» der Streifen durch Velofahrer nicht mehr kreuzen können.
Marcel Kauer, Leiter Infrastrukturmanagement, sagte damals dazu: «Dieser Testbetrieb soll aufzeigen, ob der Strassenraum mit einfachen Mitteln für Velofahrende attraktiver und sicherer gemacht werden kann, ohne andere Verkehrsteilnehmende wesentlich einzuschränken.»
Heute, rund drei Monate später, vermeldet der zuständige Stadtrat Stefan Feldmann (SP) auf Anfrage, dass die ersten Resultate und Rückmeldungen sehr positiv seien. «Die Velofahrenden fühlen sich sicherer und der für sie reservierte Raum wird durch die Autofahrenden respektiert.» Eine Gesamtauswertung auf der Basis einer Kamera gestützten Verkehrszählung sei noch in Arbeit.
Verbale Zusammenstösse
Auch auf der stärker befahrenen Sonnenbergstrasse wurden die Velostreifen kürzlich verbreitert. Damit eröffnet sich neu eine ähnliche Situation wie an der Brandstrasse. Zwei Verkehrsinseln verengen die Strasse zusätzlich. Die Konsequenz: Einerseits nutzen Velofahrer die neue Breite der Velostreifen voll aus, andererseits drängen oft Autos von hinten mit gefährlich wenig Abstand auf das Überholen und geben beim Passieren übermässig Gas. Dabei kommt es auch immer wieder zu verbalen Zusammenstössen.

