Während viele mit Unbehagen das Anrollen einer vierten Corona-Welle erwarten, sorgt derzeit ein ganz anderes Virus landesweit für volle Kinderarztpraxen und Spitalbetten. Es ist das sogenannte Respiratorische Synzytial-Virus (RSV).
Die Symptome sind ähnlich wie bei einer Erkältung: Schnupfen, starker Husten, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit. Der Atemwegsinfekt befällt zwar Menschen jeden Alters, gefährlich ist es aber vor allem für Frühgeborene, Kleinkinder unter zwei Jahren und chronisch kranke Kinder. Bei ihnen kommt es im Zuge einer RSV-Infektion häufig auch zu einer Lungenentzündung sowie bedrohlichen Atemaussetzern.
Gemäss Bundesamt für Gesundheit kommt es jährlich bei mindestens 1000 Kleinkindern deswegen zur Spitaleinweisung. Bei schweren RSV-Wellen, wie die Schweiz sie derzeit erlebt, sind es deutlich mehr. Gemäss der Fachgesellschaft Pädiatrie Schweiz weist der Kanton Zürich zurzeit die höchsten Fallzahlen aus. So sind es im Juli bereits weit über zehn Fälle pro Woche und Spital.
Hochsaison mitten im Sommer
Im Kinderspital Zürich verzeichnet man seit Ende Mai einen markanten Anstieg der RSV-Zahlen. Habe man im April zehn positiv getestete Patienten verzeichnet, seien es im Mai deren 40 und im Juni dann rund 90 gewesen, erklärt Christoph Berger, Leiter der Abteilung Infektiologie und Spitalhygiene.

