Munggen und Kanonen
Die Flugzeugbeschaffung für die Schweiz ist – weil in vollem Gange – topaktuell. Zeitungen, Medien, politische Diskussionen sind voll dieses Themas. Meinungen, Gegenmeinungen, Befürwortung, Ablehnung werden mit grösster Vehemenz vertreten. Die freie Meinungsäusserung hat Hochblüte.
Umso erstaunlicher ist es, dass in Berggegenden Batterien von Kanonen herumstehen, über die kaum ein Wort verloren wird. Sie stehen da, bedrohlich, auf die Hänge ausgerichtet und warten. Warten, bis sie wieder technischen Schnee erzeugen, indem sie Wasser mittels Druckluft auf die Wiesen verteilen.
Bei näherer Überlegung ist allerdings klar, warum sie keine Polemik auslösen: Sie dienen dem Sport und sind – obwohl Kanonen und somit Waffen – weder tödlich noch verletzend. Höchstens indirekt, wenn wegen ihnen snowboardende oder skifahrende Menschen umfallen und sich die Haxen brechen.
Ein besonderes Verhältnis zu diesen Ungetümen haben Murmeltiere. Diese haben nämlich Angst, dass sie vom Sog der Luft ebenfalls durchs Rohr auf die Hänge geschleudert werden. Um das zu vermeiden, haben die putzigen Tierchen einhellig beschlossen, sich im Winter, wenn die Kanonen donnern, einzugraben und selig zu schlafen. (Guy A. Lang)

