Bei unserem kürzlichen, bald traditionellen «Tößthaler»-Standpunkt-Vorbereitungslauf berichtete ich Carmen Schiesser von meinen eindrücklichen Erlebnissen der letzten Wanderung rund um die Murgseen. Mit vielen Wanderlustigen mit dem gleichen Ziel, das wunderbare Wetter nutzend, kurvten wir mit dem Auto hoch bis zu den Parkplätzen von Merlen.
Von dort nahmen wir den Weg der Rundwanderung unter die Füsse. Schon bald trafen wir auf die Nachzügler einer Viehherde, welche von der unteren Säss auf die obere Säss getrieben wurden. Ein kleiner, «pringer» Junge, Ueli, wie er uns verriet, trieb die Herde energisch mit dem Stock zum Laufen statt zum verlockenden Naschen der feinen Gräser links und rechts des Weges an. Denn schon seit morgens um 5.30 Uhr waren sie unterwegs.
Wie wir später erfuhren, ist Ueli ein Kindergärtner, schon als dreijähriger Knirps mit dabei gewesen und habe die 800 Höhenmeter wacker bewältigt. Denn sein Götti sei der Alphirt und so durfte er in den letzten Jahren jeweils den Sommer auf der Alp verbringen.
«Die zahlreichen Touristen würden die Alp stürmen und hätten oft keinen Respekt vor der Natur.»
Was dies bedeutet, konnten wir auch erahnen, als wir den vollbepackten geländegängigen Aebi-Ladewagen mit seiner «Guggelfuhr» den steilen holprigen Weg sich langsam hochbewegen sahen. Mit den Dingen für den Alltag beladen, thronte zuoberst ein Minitrampolin. «Wozu denn das?», habe ich mir überlegt. Die Antwort erhielt ich einige Höhenmeter später, als ich einen Teil der Herde überholt hatte.

