Derzeit sind zwei der sieben Sitze im Dübendorfer Stadtrat von Frauen besetzt, im Gemeinderat sind 14 der 40 Ratsmitglieder weiblich. Für Flavia Sutter (Grüne) ein klares Missverhältnis: «Regierung und Parlament müssen die Bevölkerung abbilden», sagt die Gemeinderätin. «Bei der politischen Haltung ist das der Fall, nicht aber bei den Geschlechtern, da sind Frauen klar untervertreten.»
Um das auf lokaler Ebene zu ändern, hat sich Sutter mit Ratskollegin Stefanie Huber (GLP/GEU) und Friedensrichterin Brigitte Ackermann zusammengetan. Der Plan: Vertreterinnen aus dem Stadtrat, dem Gemeinderat sowie der Schul- und Kirchenpflege informieren über ihre Tätigkeiten – mit dem Ziel, Schwellenängste und allenfalls auch Vorurteile abzubauen. Ausserdem sollten Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie Frauen sich auch ausserhalb der genannten Gremien politisch engagieren können, also etwa über Petitionen oder Einzelinitiativen.
«Ein wenig enttäuscht»
Zwei solche Workshops haben mittlerweile stattgefunden. Der erste wurde online durchgeführt – mit gerade einmal einer Teilnehmerin. «Das hat uns schon ein wenig enttäuscht», sagt Sutter rückblickend. Als Grund vermutet sie nach mehr als einem Jahr Corona eine gewisse Unlust, an Onlinemeetings teilzunehmen. Den zweiten Anlass Anfang Juli im reformierten Kirchgemeindezentrum hätten dann immerhin sieben Frauen besucht. «Alle Beteiligten empfanden den Austausch als sehr wertvoll.»
«Frauen denken, dass sie schon alles können und wissen müssten, während Männer eher einfach mal loslegen.»
Flavia Sutter (Grüne), Gemeinderätin

