Die Schwachstellen im Verkehr werden aufgedeckt
Die Beratung über die Passerelle Girhalden brachte es an den Tag: Die Stadt Illnau-Effretikon verfügt über keine Erhebung der Personenströme. Auch der Kanton kann nur sagen, dass 78 Prozent der Wege in der Stadt mit dem Auto oder dem Töff zurückgelegt werden und 22 Prozent mit Bahn oder Bus. Völlig unbekannt ist, wie viele eigentlich zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs sind.
Postulat wieder zurückgezogen
Für die FDP-Gemeinderätin Ursula Wettstein war dies Anlass für ein Postulat. Sie regte an, dass die Personenströme und der Langsamverkehr in Illnau-Effretikon genauer unter die Lupe genommen wird. Für die ganze Planung sei es essenziell zu wissen, wo was läuft und wo es stockt oder gar nicht fliesst.
In der Ratssitzung vom Donnerstag zog Wettstein ihr Postulat wieder zurück, denn der Stadtrat hatte den Ball schon aufgenommen. Am 1. Juli hatte er nämlich eine Verkehrs-Schwachstellenanalyse in Auftrag gegeben.
Konzentration auf die Stadt
Die Exekutive war zur Einsicht gekommen, dass sich der gesamte Verkehr in den vergangenen Jahren nicht nur vervielfacht, sondern in der Folge davon auch verlagert hat. Eine Schwachstellenanalyse samt Massnahmenpaket soll « den anstehenden Herausforderungen gerecht werden » , hält sie in ihrem Beschluss fest. Der Fokus soll auf das städtische Netz gelegt werden. Gleichzeitig sollen aber auch die Schnittstellen zu den übergeordneten Vorhaben und zu den Nachbargemeinden aufgezeigt werden.
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Vor allem an jenen Punkten, « wo die generellen Anforderungen an die Qualität der Fuss- und Radweginfrastruktur nicht erfüllt werden » , gelte es einzuhaken. Das Spektrum der Schwachstellen sei breit. Einige könnten nur mit grösseren Umgestaltungen und komplexer Planung behoben werden, andere dagegen seien schon mit einfachen Unterhaltsmassnahmen auszubügeln.
Modell soll Veloströme aufzeigen
Zur Analyse jeder Schwachstelle gehört ein Massnahmenkatalog, der alle Verkehrsträger und Verkehrsmittel – mit Ausnahme des Bahn- und Busverkehrs – einbezieht « mit dem Ziel, eine möglichst langfristig funktionierende, bedürfnisgerechte und umweltverträgliche Balance zwischen Siedlungs- und Verkehrsentwicklung zu erreichen » .
Zudem will der Stadtrat ein Mobilitätsmodell, welches die Verkehrsströme und die Nachfrage insbesondere für den Veloverkehr aufzeigt. Letztlich gehe es auch darum, die Verkehrssicherheit auf dem ganzen Strassennetz zu verbessern. Für die Analyse hat der Stadtrat einen Kredit von 80‘000 Franken vorgesehen. Dieser soll ins Budget 2022 aufgenommen werden.
Wettstein bedankte sich am Donnerstag beim Stadtrat für diesen Schritt. Gleichzeitig bedauerte sie aber auch, dass diese Analyse keine Basis für die Abstimmung über die Passerelle Girhalden bieten werde, da sie wohl erst gegen Ende 2022 greifbar sei. « Hoffentlich liegen die Informationen bis zur Beurteilung der Sanierung des Trittliweges vor. »
