Egal, zu welchem Zeitpunkt man in den letzten Tagen aus dem Fenster geschaut hat – das Bild war meist dasselbe: Regen, Nässe, grauer Himmel. Der Bund gab eine Unwetter-, beziehungsweise Hochwasserwarnung heraus, für den Greifensee gilt mit Gefahrenstufe 4 aktuell die zweithöchste. Auch die Glatt bei Dübendorf stieg rasant an, um zwei Kubikmeter pro Sekunde.
Und das obwohl die Regionen Zürcher Oberland und Glatttal in der Nacht auf Donnerstag eher glimpflich davon kamen, was die Regenmenge angeht, sagt Mladen Marijanovic, Meteorologe bei der MeteoNews AG. «Im Oberländer- und Glatttaler-Gebiet gab es in den letzten zwölf Stunden zwischen 5 und 15 Millimeter, lokal auch etwas mehr, Regen pro Quadratmeter. Im Kanton Solothurn waren es bis mit rund 50 bis 70 Millimeter am meisten letzte Nacht. » Allerdings gab es am Dienstag im Oberland und im Glattal verbreitet zwischen 50 und 60 Millimeter, so der Meteorologe.
Klimawandel trägt Teil bei
Die Regenfälle der letzten Tage sind aber nicht der einzige Grund, weshalb Bäche, Flüsse und Seen über die Ufer treten. Die Gewitter und Regentage im Juni haben ebenso dazu beigetragen, so Marijanovic. «Wäre der Juni trocken gewesen, würde die Situation vielleicht ein wenig anders aussehen.» Und fügt an: «Hochwasser hätte es dennoch gegeben, aber nicht so hoch wie jetzt gerade .» Weiter hätte der Klimawandel sicher auch eine gewisse Rolle in Bezug auf die aktuelle Wetterlage, wie der Meteorologe sagt.
Der Regen sollte sich aber in den nächsten Tagen beruhigen. «Es kommt nur noch lokal zu vereinzelten Schauern und Gewittern.» Obschon flächendeckende Regenfälle ausbleiben, entspanne sich die Situation wohl erst Anfang nächster Woche. «Die Böden sind übersättigt. Bis das Wasser abgetragen ist, dauert es eine Weile.»

