Statt feierlich hat die Ratssitzung am Donnerstag eher gehässig begonnen. Anlass dazu war eine Interpellation von René Truninger (SVP), der sich beim Stadtrat erkundigt, was dieser gegen den «kriminellen Aslybewerber» zu tun gedenke, der in Illnau Anfang Juni mutwillig grosse Sachbeschädigungen begangen habe.
Fünf Fraktionen gegen Truninger
In einer gemeinsamen Fraktionserklärung der SP, Mitte, EVP, GLP und der Grünen distanzierte sich Brigitte Rösli (SP) nicht nur von jeglichen Gewalttaten, sondern auch vom «fremdenfeindlichen Gedankengut», das offenbar in der SVP herrsche. Da würden Aslybewerber in einen Topf mit Terroristen geworfen.
René Truninger (SVP) entgegnete der «SP und Co», dass sie die neuen Populisten seien. Sein Vorstoss sei aufgrund von Reaktionen aus der Illnauer Bevölkerung entstanden. Immerhin seien Steine aus einem Gebäude auf Passanten geworfen worden. Anwohner, aber auch andere Asylbewerber hätten Angst vor dem mutmasslichen Täter.
Truninger verwahrte sich gegen den Vorwurf, er oder die SVP seien fremdenfeindlich. Er habe ja geschrieben, dass die meisten der 84 Asylbewerber in der Stadt sich an die Regeln hielten. Er selbst habe lange im Ausland gewohnt und seine Frau sei Ausländerin – «und ich habe in meiner Firma einen Asylbewerber eingestellt».

