Einer hockt oben auf dem Brunnen im Hof des Baslerischen Antikenmuseums, er grinst frech herunter. Oder ist er zufrieden, weil er gerade fotografiert wurde und sich seiner Wirkung bewusst ist? Er ist nicht der Einzige in dieser Stadt, der Passantinnen und Passanten beobachtet. Auch in anderen Quartieren thronen sie über dem Volk. Einer etwa auf dem Andreasplatz, der sich an Trauben gütlich tut.
Warum gerade Affen? Was haben sie mit der Stadt am Rheinknie am Hut? Darüber findet sich – ausser, dass sie bereits im 14. Jahrhundert erwähnt sind – keine Erklärung. Sie sind nicht heimisch, der Affengott Hanuman gehört zu den Hinduisten, nicht zu den Christen.
Aber egal, schliesslich ist Basel international angehaucht, keine typische Schweizer Stadt. Mit dem Tram kann man nach Deutschland und Frankreich fahren. Und als ich als Kind bei meinen Grosseltern in Basel zu Besuch war, zog einmal pro Woche die Gemüsefrau aus dem nahen Elsass ihren Karren durch die Strassen und bot ihre Waren an.
Globales Flair bestimmt das Lebensgefühl der Stadt am Dreiländereck. Das zeigt sich bei der Pharmaindustrie und – eben – in der Wahl der Brunnenzierden. Ich muss sagen, irgendwie ist mir ein Trauben geniessender Affe wesentlich sympathischer, als einer, der Kinder frisst, wie der Chindlifrässer, der einen Berner Brunnen ziert. (Guy A. Lang)

