Die flimmernden Bilder waren für mich kaum zu ertragen und die Worte des Kommentators bereiteten mir tatsächlich Bauchschmerzen. Die Eingeweide zogen sich zusammen und schmerzvolle Angst schlich sich in meinen Körper. Physische, reale Schmerzen, ausgelöst durch einen Dokumentarfilm, den ich vor ein paar Tagen im Fernsehen angeschaut habe.
Ich kenne dieses ohnmächtige Gefühl schon seit längerer Zeit. Aber so intensiv war es schon lange nicht mehr. Es gelingt mir nicht, diese Last abzuschütteln, und die Gewissheit, nichts dagegen tun zu können, lässt mich innerlich schreien.
Warum nur muss ich so leiden? Warum scheint es nur mir so zu gehen? Habe ich eine dermassen verschobene Wahrnehmung oder sehe ich Dinge, die für andere nicht erkennbar sind?
«Die mathematische Gewissheit, dass wir Menschen jetzt Ressourcen von vier Erden verbrauchen, ist absolut schrecklich.»
Das Leiden der Welt, unseres Planeten, diese Realität ist für mich unerträglich: Die Strukturen, so wie wir sie kennen und schätzen, die Vielfalt und Wunderwerke der Natur – über Jahrmillionen fantastisch in absoluter Perfektion und Abhängigkeit zueinander erschaffen – werden in wenigen Jahren von uns zerstört. Die mathematische Gewissheit, dass wir Menschen jetzt Ressourcen von vier Erden verbrauchen, ist absolut schrecklich.

