Löchrige Unterhosen sind ein Indiz für eine gute Bodenqualität. Denn vergräbt man sie, werden sie von Bakterien, Regenwürmern und Springschwänzen gefressen. Je stärker die vergrabenen Textilen zersetzt sind, desto lebendiger und besser ist die Bodenqualität an diesem Ort.
Was die Lebewesen im Boden so alles können erzählen Atlant Bieri und seine Frau Siriporn Bieri in ihrem neuen Buch. Dafür stürzten sie sich regelrecht in den Kompost – ganz ohne Ekel: «Biomüll ist nur am Anfang etwas eklig, wenn er zu verrotten und verschimmeln beginnt», so Bieri.
Sobald sich jene Tierchen, die unter uns im Boden leben, daran zu schaffen machen würden, verschwinde der Gestank. «Sie verwandeln den Kompost, aber auch alle anderen Bioabfälle, die auf dem Boden landen – ein totes Tier zum Beispiel – in Humus. Und der riecht sehr angenehm.»
Zerfressene Unterhosen
«Der Dschungel im Boden» heisst das Werk und ist das Begleitbuch eines Citizen-Science-Projekts von Agroscope und der Universität Zürich. In dessen Rahmen wird die Bodenqualität geprüft, wofür unter anderem Unterhosen vergraben worden sind – so auch auf der Juckerfarm in Seegräben.

