«Viele Schweizer haben Mühe, wenn sie über ihre Gefühle sprechen sollten», lautete eine der Aussagen, die der gebürtige Sternenberger Roger Staub anlässlich eines Referates zum 25-Jahr-Jubiläum des Vereins Fähre in Effretikon machte.
«Haben wir Schweizer überhaupt Gefühle?», fragte er weiter und bejahte diese rhetorische Frage gleich selber: «Ja klar, wir haben Gefühle. Wir tun uns bisweilen nur schwer damit, über sie zu sprechen.» Im Stadthaussaal warb der einstige Frontmann der Aids-Kampagne des Bundes für mehr Schulungen, um auf Menschen mit einer mutmasslichen psychischen Störung wirkungsvoller zugehen zu können.
Seit fünf Jahren ist Roger Staub als Geschäftsführer von Pro Mente Sana tätig. Die Stiftung ist eine unabhängige Organisation für psychische Gesundheit in der Schweiz. Sie ist Anlaufstelle für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung, deren Angehörige und Fachleute.
Beginn mit Paukenschlag
Staub hatte sein Referat vor den rund 40 Menschen im Publikum mit einem Paukenschlag begonnen: Psychische Krankheiten seien keinesfalls die Ausnahme, sagte er, sondern vielmehr die Regel. «Doch Betroffene sprechen ungern darüber.»

