Der Wohnmobil-Trend in der Schweiz hält an: Gemäss Bundesamt für Statistik wurden 2020 und 2021 bis heute knapp 10'000 Wohnmobile neu in Verkehr gesetzt. Die Pandemie hat den Boom wegen der Unabhängigkeit dieser Reiseform in den eigenen, fahrenden vier Wänden noch verstärkt. Obwohl diesen Sommer punktuell wieder Fahrten ins europäische Ausland möglich werden, machen nach dem Rekordjahr 2020 wohl auch heuer noch viele Schweizer Camper heimatliche Sommerferien.
Das bestätigt der TCS: «Viele unserer, vor allem bekannten Campingplätze sind im Sommer praktisch ausgebucht», so Mediensprecher Daniel Graf. Einen Buchungsrückgang wegen der Corona-Reiselockerungen stelle man bisher nicht fest. Auch im Zürcher Oberland wird es diesen Sommer eng für Camper: Der Campingplatz in Auslikon am Pfäffikersee hat für die 40 Stellplätze in den Sommerferien soeben einen Buchungsstopp verhängt, so die kommunalen Wetziker Betreiber auf Anfrage. Auch im Campingplatz Maurholz in Maur am Greifensee seien die 13 Plätze für die Sommerferien ausgebucht, sagt der Betreiber.
Geteilte Natur
Damit rücken Alternativangebote wie Camper-Stellplätze auf lokalen Bauernhöfen oder bei anderen privaten Landbesitzern in den Fokus. Verschiedene Vermittlerplattformen haben diese Nachfrage erkannt und bringen auf ihren Homepages gegen eine Provision Camper und Stellplatzanbieter zusammen. Der Sternenberger Raphael Elmer bietet seit letzter Woche einen Camper-Stellplatz an. Der 42-Jährige hat kürzlich in Sternenberg auf einer Anhöhe mit 300-Grad-Rundaussicht ein Haus gekauft und dieses mit seiner Partnerin renoviert. Sein Anwesen hat grosszügigen Landumschwung, mit Garten und Waldstück. «Ich biete den Stellplatz an, um die Natur um mich herum, mit anderen Menschen zu teilen», so der Sternenberger zur seiner Motivation.
Elmer bietet für 40 Franken pro Übernachtung vorerst nur den Platz ohne Wasser oder Toilette. Je nach Buchungen und Nachfrage will der auf ökologischen Gartenbau spezialisierte, selbstständige Landschaftsgärtner Campern auch Aktionen wie Wald-Abfall-Säuberungen, Trockenmauerbauen oder Handsensen offerieren. Lokale Produkte können seine Gäste im Dorfladen oder bei Bauern in der nahen Umgebung kaufen. «Dazu gibt es bei mir den Sonnenauf- und den Sonnenuntergang exklusiv und gratis.»

