Die Schweiz ist ein Volk von Buchhaltern. Die Schweizerin kalkuliert, macht die Rechnung, wägt ab und sagt: Nein, das lohnt sich nicht. Der Schweizer rechnet beim Fernseher, beim Entrecote und beim Benzin. Besonders dort.
SVP-Nationalrat Walter Wobmann, Präsident des Töff- und Busverbandes, gelernter Automech, früherer Motocrosser und Garagenleiter oder – in aller Kürze – ein Mann mit Benzin im Blut, dieser Wobmann weiss das. Er begann schon sehr früh mit Rechnen.
Als 14-Jähriger bekam er im Entlebuch hinten ein Sachs, ein Töffli, und musste das Benzin selbst bezahlen. Der Bauernbub legte sich 60 Chüngel zu und handelte mit diesen, er verdiente Geld und kaufte damit den Most für 90 Rappen den Liter.
Über die Jahre wurde das Töffli zu einem Töff und das Benzin teurer. Irgendwann schlug der Bund Mineralölsteuern drauf und Treibstoffabgaben. Der Preis stieg. Wobmann spürte das. Zu seinen fahrtüchtigsten Zeiten verbrauchte er 300 Liter pro Monat (heute sind es 200). Der Preis stieg weiter, und es kamen noch mehr Abgaben hinzu, bis Wobmann fand, es sei genug. «Irgendwann hört es auf. Man kann nicht nur immer die Fahrer schröpfen», sagt er. Dieser Moment war diesen Frühling: Wobmann stieg in den Abstimmungskampf gegen das CO₂-Gesetz.

