Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Politik

Grosse Debatte ums kleine Geschäft

Bis zum Herbst wird es bei der Badi Seegräben eine neue Toilette geben. Ganz knapp hat die Gemeindeversammlung am Dienstagabend einen entsprechenden Kredit von 290‘000 Franken genehmigt.

Der Umbau der alten Turnhalle zum Buechwäidsaal (dunkelbraunes Gebäude) und die Schulhaussanierung kosten viel mehr als geplant., So wird das neue WC-Häuschen aussehen, das zwischen Seegräbner Badi und Schiffländi erstellt wird.

Fotomontage: PD

Grosse Debatte ums kleine Geschäft

Das letzte der drei Abstimmungsgeschäfte hat am Montag an der Seegräbner Gemeindeversammlung, die wegen der Corona-Schutzmassnahmen wieder im Exil in Wetzikon stattfand, am meisten zu diskutieren gegeben. Nicht weniger als elf Wortmeldungen – für Seegräbner Verhältnisse eine gewaltige Diskussion – gab es zum Thema neues WC.

Für 290‘000 Franken wird noch in diesem Herbst zwischen der Seegräbner Badi und dem Bootssteg eine neue Toilettenanlage erstellt werden. Die Hälfte des Betrages wird das kantonale Amt für Raumplanung übernehmen, die andere Hälfe müssen die Seegräbner tragen. Das ganzjährig offene und behindertengerechte WC wird das Plumpsklo der Seebadi, das nur während der Badesaison benutzbar ist, sowie das über die Wintermonate aufgestellte Toitoi an der Schiffländi überflüssig machen.

Behindertengerechte Anlage

Gesundheitsvorsteherin Katharina Hefti (parteilos) vermochte die Hälfte der 68 anwesenden Stimmberechtigten von den Vorzügen der neuen Anlage zu überzeugen. Die Anlage wird unterhaltsarm sowie Vandalen sicher sein. Zudem wird das WC für die Benutzer kostenlos sein.

Nachdem schon die RPK den Kredit kritisiert und sich für dessen Ablehnung ausgesprochen hatte, hagelte es auch aus der Versammlung skeptische Stimmen: zu teuer, zu weit weg von der Badi, zu klein. Es sei nicht einzusehen, weshalb so viel Geld investiert werden solle in eine Anlage, die vor allem Auswärtigen zugutekäme.  Gemeindepräsident Marco Pezzatti (FDP) wies darauf hin, dass es eigentlich nur den einen ausgewählten Standort gebe, an dem die vom Gewässerschutz her geforderten 20 Meter Abstand zum See eingehalten werde sowie flaches Terrain vorhanden sei. So wurde der Kredit denkbar knapp mit 34 gegen 31 Stimmen angenommen. Drei Personen enthielten sich der Stimme.

Lehren aus Fehlplanung gezogen

Zünftig verrechnet hatte sich der Gemeinderat bei der Sanierung der Primarschulanlage und dem Umbau der alten Turnhalle zu einem Gemeindesaal. Statt der eingeplanten 2,31 Millionen ergab die Abrechnung Ausgaben von 3,84 Millionen Franken. Dies entspricht einer Abweichung von satten 33,5 Prozent.

Wie Pezzatti erklärte, der auch Vorsitzender des Projekt-Bauausschusses war, sei die Kostenüberschreitung auf sechs Punkte zurückzuführen. Wesentlich waren Mehrkosten einerseits aufgrund unvorhergesehener Mängel in der Bausubstanz und andererseits wegen Zusatzaufträgen. Das Problem sei aber vor allem eine ungenügende Kostenkontrolle auf allen Ebenen gewesen.

Trotz der grossen Mehrausgaben hat die Rechnungsprüfungskommission (RPK) die Genehmigung der Bauabrechnung sowie eines Nachtragskredites über knapp 630‘000 Franken empfohlen. Wie RPK-Präsident Thomas Meyer (SVP) erklärte, habe sich der Gemeinderat selbstkritisch gezeigt und den gesamten Ablauf des Bauprojekts aufgearbeitet und sei bereit, die notwendigen Lehren zu ziehen. So sei auch der Vorschlag der RPK, künftig bei Bauvorhaben mit höherem Bauvolumen eine Baufachperson zur Sicherstellung einer unabhängigen Kostenkontrolle beizuziehen, von der Exekutive akzeptiert worden.

Aus der Versammlung mochten sich nur noch zwei Votanten zum Geschäft  äussern, die beide die Stossrichtung der RPK unterstützten. Die Bauabrechnung mit dem Nachtragskredit wurde bei sieben Gegenstimmen von den Anwesenden klar gutgeheissen.

Parkplatz wegen Pandemie leerer

Wie vorherzusehen war, gab die Jahresrechnung 2020 nichts zu reden und wurde einstimmig abgenommen. Laut Finanzvorstand Reto Steinmann (FDP) habe diese zwar mit einem Aufwandüberschuss von 131‘000 Franken abgeschlossen. Das sei aber deutlich besser als das budgetierte Minus von 494‘000 Franken. Zum verbesserten Ergebnis beigetragen haben höhere Steuereinnahmen. Wegen der Pandemie flossen dagegen die Parkgebühren nicht so reichlich. Und höher als vorgesehen fiel die Vergütung für die Lehrerlöhne sowie die Pflegefinanzierung von Heimbewohnern aus.

Bei den Investitionskosten schlug die massive Übermarchung bei der Schulhaussanierung zu Buche. Da sich das Verkehrsleitsystem und der Neubau des Meteorkanals Büel–Chälenweg verzögerten, konnten sie im 2020 nicht realisiert werden.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns