Als Erstes musste Fridolin Freudenfett dran glauben. Die beliebte Nebenfigur aus den Donald-Duck-Comics heisst jetzt schlicht und nichtssagend Fridolin Freundlich. Eine Art Bodyshaming-Prävention, weil ein übergewichtiges Schwein als Diskriminierung beleibter Menschen gedeutet werden könnte?
Die Umbenennung von Freudenfett, an dem optisch nichts verändert wurde, ist auf jeden Fall nicht der einzige Eingriff, den der deutsche Egmont-Ehapa-Verlag im Entenhausener Universum vorgenommen hat. Wobei es in diesem Fall «nur» um Übersetzungen und nicht etwa um Änderungen in den amerikanischen Originaltexten geht.
Der an der Universität Wien lehrende Literaturwissenschafter Achim Hölter hat jetzt in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» nachgewiesen, dass in mehreren Bänden der «Lustiges Taschenbuch Classic Edition» seit dem vergangenen Winter über 100 Sprechblasen geändert wurden.
Als besonders krasses Beispiel nennt Hölter die Donald-Duck-Geschichte «Im Lande der Zwergindianer». Obwohl im seltsamerweise unveränderten Titel klar ersichtlich ist, worum es geht, wurden im Text Begriffe wie «Indianer», «Zwerg», «Eingeborene», «Skalp» oder «Bleichgesicht» gelöscht oder umformuliert.

