Politik

Die ARA Jungholz ist in die Jahre gekommen

Die Schlammbehandlung der ARA Jungholz soll für 16 Millionen Franken umfassend ausgebaut werden. Das letzte Wort hat aber das Ustermer Stimmvolk.

Die ARA Jungholz ist in die Jahre gekommen

Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Jungholz reinigt seit 1956 das Abwasser der Stadt Uster und seit 1996 zudem auch noch dasjenige der Gemeinde Greifensee. Nun soll die Anlage umfassend saniert werden. Weil sie aber seit nunmehr 60 Jahren ihren Dienst verrichtet, sind bereits in der jüngeren Vergangenheit einige Sanierungen durchgeführt worden. So seien die ARA von 2008 bis 2011 auf 48’000 Einwohnerwerte saniert und erweitert worden, schreibt die Stadt Uster in einer Mitteilung.

Bereits mit diesem Ausbau sei jedoch klar gewesen, dass bis 2035 neue Gesetze sowie das Bevölkerungswachstum weitere Investitionen erfordern würden, weshalb der Stadtrat im Jahr 2016 eine dreiteilige Langfristplanung genehmigt hat. Die erste Etappe, die im vergangenen Jahr abgeschlossen war, umfasste die mechanische Abwasserreinigung. Mit der zweiten Etappe soll bis 2025 nun die Schlammbehandlung saniert werden. Die dritte Etappe sieht vor, dass zwischen 2024 und 2030 die biologische Abwasserreinigung und -filtration zu erneuern sowie eine neue Reinigungsstufe einzubauen.

Dem Bevölkerungswachstum anpassen

Die anstehenden Sanierung der Schlammbehandlung sei notwendig, da zahlreiche Anlageteile nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen würden und einige über 60 Jahre alte Gebäude und Behälter sanierungsbedürftig seien, schreibt die Stadt weiter. «Die heutige Kapazität der Schlammfaulung ist zudem zu klein und muss dem Bevölkerungswachstum angepasst werden.»

Ausgehend von einer Machbarkeitsstudie habe ein Planerteam deshalb ein Bauprojekt erarbeitet. Dieses sieht den Ausbau der Schlammbehandlung auf eine Kapazität von 60’000 Einwohnerwerten vor und umfasse im Wesentlichen den Neubau von zwei neuen Faulräumen, den Umbau der bestehenden Faulräume zu einem Gasspeicherbehälter und Schlammstapel sowie die Erneuerung diverser technischer Einrichtungen zur Gasverwertung und Abluftbehandlung.

Ausbau soll Ustermer Ortseinfahrt «prägen»

«Die ARA wird mit ihren beiden neuen Faulräumen die Ustermer Ortseinfahrt von Greifensee her kommend prägen», schreibt die Stadt weiter. Daher sei der Gestaltung der Bauten besondere Aufmerksamkeit geschenkt und mit der Stadtbildkommission besprochen worden. Die bestehende Industriearchitektur mit den Klinkerfassaden werde beibehalten und auch für die neuen Anlageteile übernommen. Ebenfalls im Baukredit enthalten sei die Installation von Photovoltaikanlagen auf dem Dach und an der Südfassade des Schlammbehandlungsgebäudes.

Die ARA werde während den Umbauarbeiten durchgehend in Betrieb bleiben, schreibt die Stadt. Der Umbau werde voraussichtlich im Februar 2022 starten und solle im Sommer 2025 abgeschlossen sein.

Kredit kommt im November an die Urne

Der Stadtrat hat 2019 einen Projektierungskredit von 1,7 Millionen Franken beschlossen und am 8. Juni eine Weisung für einen Baukredit von 16,1 Millionen Franken zuhanden des Gemeinderats verabschiedet. Die Stimmberechtigten werden voraussichtlich im kommenden November über den Kredit an der Urne entscheiden können. Dieser enthält 12 Millionen Franken als gebundene Kosten für die Sanierung der bestehenden Anlage.

Investitionen sowie der Betrieb der ARA und der öffentlichen Kanalisation würden aus dem Spezialfinanzierungsfonds «Stadtentwässerung» und nicht aus dem allgemeinen Steuerhaushalt finanziert, schreibt die Stadt. Dieser Fonds werde aus den Abwassergebühren finanziert und erlaube, Investitionsspitzen von «grösseren Sanierungs- und Ausbauarbeiten» zu glätten. Die Abwassergebühren würden pro Kopf und Jahr im Mittel 130 Franken betragen und seien seit der Einführung 2001 unverändert. «Aus heutiger Sicht ist davon auszugehen, dass zur Finanzierung der umfangreichen Investitionen keine Gebührenerhöhung notwendig sein wird.» (kev)

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