Mario Fehrs rote Krawatte ist kaputt. Nicht nur das echte Stoffband, mit dem sich der Sozialdemokrat früher oft und gern zeigte. Zerrissen ist auch das Band zwischen ihm und seiner Partei. Am Freitag gab Fehr vor den Medien seinen sofortigen Rücktritt aus der SP bekannt. Er wird fortan als Parteiloser im Regierungsrat sitzen.
Es war ein Auftritt genau nach dem Gusto des streitbaren Sicherheitsdirektors. Nur schon der Ort: Fehr empfing die Journalisten nicht im nüchternen Medienzentrum des Kantons, sondern in der Ahnengalerie. Jenem repräsentativen Raum also, in dem die Ölporträts aller bisherigen Zürcher Regierungsräte hängen. Auch jenes von Fehr, das ihn, natürlich, mit roter Krawatte zeigt.
Und dann die zentrale Botschaft: Hier ist er, der sich selbst als aufrechten, erfolgreichen Regierungsrat beschreibt, der «in zehn Jahren nie eine Volksabstimmung verloren hat» (wobei Fehr in der Abstimmung über die Sozialhilfe für vorläufig Aufgenommene nur deshalb als Sieger dastand, weil er die Haltung des Regierungsrats vertreten musste, der ihn überstimmt hatte). Dort ist eine «zunehmend ideologische und nach links abdriftende SP-Spitze und eine Partei, die gegenüber abweichenden Haltungen immer intoleranter» werde.

