Die noch nicht ausgestandene Corona-Krise verschärft die Existenzangst vieler und lässt sie nach Möglichkeiten Ausschau halten, um materiell und gesellschaftlich vorwärts zu kommen. Da scheinen sich die sozialen Netze als probates Mittel anzubieten, zumal ja viele Influencer mit ihrer angeblichen Traumkarriere bluffen – weshalb also nicht aufs gleiche Pferd setzen und der Konkurrenz davongaloppieren?
Allerdings darf man da keine Wunder erwarten, wie Forscher der University of Cambridge ermittelt haben. Denn in zwei umfangreichen Untersuchungen konnten sie eruieren, dass Arrivierte mit höherem Status und Einkommen weniger Social-Network-Freunde im Ausland haben als Aufstiegskandidaten.
Dies bedeutet wohl, dass sozial Höhergestellte sich keine Illusionen machen über die Güte, den Wert und die Verlässlichkeit von Social-Network-Kontakten – im Gegensatz zu jenen, die auf einen Aufstieg dank sozialen Netzen hoffen.«
«Dass insbesondere Menschen aus niedrigeren Schichten am sozialen Netz knüpfen, ist nicht nur legitim.»
Als der Studien-Coautor Aleksandr Spectre seine Studie präsentierte, erhob er allerdings den Mahnfinger Richtung der Arrivierten: «Die Ergebnisse zeigen, dass die Vermögenden in ihrer sozialen Blase bleiben, was jedoch am Ende nicht vorteilhaft ist. Denn wenn man sich nicht international engagiert, dann ist man abgeschottet von diesen Ressourcen, wie zum Beispiel von neuen Ideen oder Informationen.»

