«Alles fährt Ski, alles fährt Ski», sang einst Vico Torriani. Heute müsste er: «Alles fährt Velo, alles fährt Velo» singen. Auch weil der Winter vorbei und die Temperaturen angenehm sind. Denn dass das In-die-Pedale treten grosse Konjunktur hat, ist nicht zu übersehen. An der Töss, auf den Wanderwegen, in den Strassen, überall schwitzen und strampeln sportliche Menschen vorbei. Aufrecht oder mit gebücktem Rücken, gemächlich oder blitzartig.
Seit der aktuellen Pandemie herrscht eine enorme Konjunktur für Velos. Die Absatzzahlen sind gegenüber 2019 um etwa 30 Prozent gestiegen, auf zwei normale Fahrräder kommt ein E-Velo. Die Branche beklagt Lieferschwierigkeiten. Wenigstens eine Branche, die von der Situation profitieren kann. Gewonnen haben auch die Umwelt – dank weniger Abgase – und die Gesundheit dank intensiver Bewegung.
Nun ist letzte Woche die Tour des Suisse durch Turbenthal gerollt, Velo für Velo, Rennrad für Rennrad. Eifrige Fans haben vor dem Sticki Kaffee zwei Velos bereitgestellt. Für den Fall dass einer der professionellen Velocracks einen Schadensfall hat und sein Renngerät wechseln muss. Dem Vernehmen nach war die Enttäuschung riesig, dass keiner von dem Angebot Gebrauch gemacht hat. (Guy A. Lang)

