Mehr Polizeikontrollen auf den Fischerstegen
Zwölf Fischerstege sind um den Pfäffikersee verteilt. Doch nicht nur zum Fischen, auch zum Baden oder Ein- und Auswassern von Booten, Kanus oder Stand-Up-Paddelboards sind die Stege optimal geeignet. Oder? «Auf gar keinen Fall», betont Bernhard Huber, Präsident der Vereinigung Pro Pfäffikersee (VPP). «Die Fischer- und Beobachtungsstege dienen einzig und alleine der Ausübung des Freizeitfischens und der Naturbeobachtungen.»
Die VPP ist die Eigentümerin der Stege und kümmert sich im Auftrag des Kantons um deren Unterhalt. Aktuell sorgen sich Huber und die weiteren Mitglieder über die Entwicklung, welche bereits im letzten Sommer auf den Stegen zu beobachten war. Bestärkt durch die Corona-Pandemie kam es zu zahlreichen missbräuchlichen Nutzungen. Besonders im Gebiet Stogelen auf der Pfäffiker Seite sowie bei Auslikon benutzten vermehrt auch Badende und Schlauchböötler illegal die Fischerstege.
Schutz für die Vögel und die Natur
Denn das Baden sowie Anlegen, Ein- und Auswassern mit Stand-up-Paddels, Kanus, Strand- und Schlauchbooten ist bei allen Fischer- und Beobachtungsstegen am Pfäffikersee nicht zugelassen. Der Grund dafür ist, dass nach der Schutzverordnung für das Pfäffikerseegebiet überall – ausser bei den drei offiziellen Strandbädern sowie den offiziellen Bootseinwasserungsstellen – ein Schutzabstand von 25 Meter vom Schilf- beziehungsweise Schwimmblattgürtel strikte einzuhalten ist, abgesehen von den mit gelben Bojen markierten Ufer- und Seeschutzzonen.
Dieser nicht beschwimm- und befahrbare Uferabstand schützt die Brutvögel im Schilfgürtelbereich wie Haubentaucher, Zwergtaucher, Teichrohrsänger und Rohrammer sowie die befiederten Wintergäste vor gravierenden Störungen durch Freizeitsportler auf dem See. «Zwar sind am Anfang jedes Stegs Piktogramme angebracht, welche auf die Verhaltensregeln hinweisen», sagt Bernhard Huber. Diese würden jedoch oft übersehen.
Kein neues Problem
Darum musste sich das Rangerteam, schon genug gefordert durch den ausserordentlich hohen Besucherandrang, für die Durchsetzung der regelkonformen Benutzung im letzten Sommer bei der Polizei Verstärkung holen. Zwar sei es in vergangenen Jahren auch immer wieder zu Verstössen gekommen. Die grosse Zahl der Menschen, die im Corona-Sommer 2020 an den Pfäffikersee strömten, habe jedoch auch die Zahl der Übertretungen in die Höhe schnellen lassen.
Dass besonders die Stege in den Gebieten Stogelen und Auslikon zu Hotspots für die Gesetzesübertretungen wurden, führt Huber auf die gute Zugänglichkeit zurück. «Trotzdem sind bestimmte Stege schlecht einsehbar und darum wohl von der sozialen Kontrolle etwas ausgenommen.»
Dank den intensivierten Kontrollen durch die Ranger und der polizeilichen Unterstützung konnte die Situation auf den problemverursachenden Fischerstegen in der Stogelen und bei Auslikon im Verlaufe des Sommers wieder ins Lot gebracht werden. Nun blickt die Vereinigung Pro Pfäffikersee trotzdem mit Besorgnis auf die anstehende Sommersaison. «Wir hoffen, dass es in diesem Jahr zu weniger Verstössen gegen die Verhaltensregeln kommt», so Huber.
«Würden wir auf alles gross hinweisen wollen, das es im Naturschutzgebiet zu beachten gibt, gäbe dies schnell einen Plakatwald.»
Bernhard Huber, Präsident VPP
Erreichen will dies die VPP mit gleich intensiven Kontrollen durch Ranger und Polizei wie im Sommer 2020 schon zu Beginn der wärmeren Saison und mit dem Appell an das Verständnis aller Seebesucher für die geltenden Schutz- und Verhaltensregeln im Pfäffikerseegebiet.
Sperrung würde wohl Fischer verärgern
Eine temporäre Sperrung der Fischer- und Beobachtungsstege in der Stogelen oder bei Auslikon während der Badehauptsaison kommt für die VPP nur als letztes Mittel in Frage, wenn alle anderen Bemühungen zur Einhaltung der Stegbenutzungsregeln scheitern sollten. Einerseits müssten solche Sperrungen erst durch den Kanton genehmigt werden. «Und andererseits haben die Fischer, welche sich rechtmässig auf den Stegen aufhalten dürfen, dann bestimmt gar keine Freude», sagt Bernhard Huber.
Eine Mittellösung, wie etwa zusätzliche grosse Tafeln, die auf die Verbote hinweisen, hält er nicht für optimal. «Würden wir auf alles gross hinweisen wollen, das es im Naturschutzgebiet zu beachten gibt, gäbe dies schnell einen Plakatwald, in dem die einzelnen Tafeln wieder untergehen», räumt Huber ein. Die Präsenz von Ranger und Polizei sei da bestimmt nachhaltiger. «Und spätestens im nächsten Sommer sollten wir die Corona-Pandemie ja hoffentlich so gut im Griff haben, dass das Besuchervolumen am Pfäffikersee auch wieder etwas abnimmt.»
