Die Pfäffiker Gemeindeversammlung am kommenden Montagabend droht zum Krimi zu werden: Zankapfel ist die Totalrevision der Pfäffiker Polizeiverordnung. Was sich nach trockener Kommunalpolitik anhört, ist in Tat und Wahrheit höchst umstritten. Denn neben neuen Bestimmungen im Kampf gegen Neophyten und zur Videoüberwachung im öffentlichen Raum beinhaltet die neue Polizeiverordnung auch deutlich restriktivere Regeln zu den Ruhezeiten.
Die wohl drastischste Änderung: Statt wie bislang ab 22 Uhr soll « der Betrieb von Lautsprechern » im Freien unter der Woche ab 20 Uhr und samstags bereits ab 18 Uhr verboten sein. An Sonn- und Feiertagen wäre Musik unter freiem Himmel neu sogar ganztägig illegal. Das Verbot würde auf dem ganzen Gemeindegebiet gelten, also am Seequai genauso wie im eigenen Garten. Wer sich nicht daran hält, müsste künftig mit einer Busse von 100 Franken rechnen.
« Ist das der Lohn für unsere Solidarität? »
Für viele junge Pfäffiker ist das Musik-Verbot am Abend ein Affront. So auch für den 18-jährigen Maurice aus Pfäffikon: « Gerade in der Pandemie ist die Seepromenade für meine Kollegen und mich ein wichtiger Treffpunkt. » Dort möglicherweise bald keine Musik mehr hören zu dürfen, sei für ihn wie ein Schlag in die Magengrube: « Ist das der Lohn dafür, dass wir Jungen uns während Corona solidarisch verhalten haben? »
« Der Gemeinderat greift mit dieser Revision den Grundsatz einer liberalen Gesellschaft an. »
Dominic Täubert, Co-Präsident der Jungen EVP Schweiz

