Den Verdacht gab es seit Ende April. Damals zeigte ein israelischer Bericht, dass junge Männer in seltenen Fällen nach der zweiten Impfung mit dem Covid - 19-Impfstoff von Pfizer/Biontech an einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) erkrankten. Wie immer bei solchen Meldungen mussten die Experten abklären, ob die Myokarditis-Fälle zufällig zeitgleich mit der Impfung auftraten, also in einer durchschnittlichen Häufigkeit wie in anderen Jahren, oder ob sie häufiger vorkamen, als statistisch zu erwarten wäre. Denn eine Myokarditis kann auch in f olge anderer Infektionskrankheiten auftreten.
Nun bestätigt eine umfassende Analyse im Auftrag des israelischen Gesundheitsministeriums den Verdacht, dass die Myokarditis nach den Impfungen etwas häufiger vorkam , als normalerweise in dieser Bevölkerungsgruppe zu erwarten wäre: Das Risiko sei für junge Männer um den Faktor 5 bis 25 erhöht, schreiben Wissenschaftler verschiedener Universitäten und des israelischen Center for Disease Control in ihrem Bericht. Ein kausaler Zusammenhang mit der Impfung sei wahrscheinlich.
Am grössten ist das Risiko demnach für die jüngste bisher mit Biontech geimpfte Altersgruppe: die 16- bis 19-Jährigen. Betroffen ist 1 von 3000 bis 1 von 6000 Geimpften zwischen 16 und 24 Jahren.
Angst vor dauerhaften Folgen
Die meisten Erkrankungen seien allerdings milde verlaufen und binnen weniger Wochen ausgeheilt, wie es bei Herzmuskelentzündungen meist der Fall ist. Allerdings kann eine Myokarditis auch dauerhafte Folgen für das Herz haben und lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen.

