Wer sich in Mathe verbessern möchte, der muss rechnen und viel üben. Stimmt – aber nur teilweise, wie schwedische Forscher nun in einer grossen Untersuchung herausgefunden haben, die im Fachmagazin «Nature» erschienen ist. Die Neurowissenschaftler arbeiteten für ihre Studie mit mehr als 17'000 Kindern zwischen sechs und acht Jahren. Dabei kamen sie zum Schluss: Mathematische Fähigkeiten lassen sich auch mit Übungen schulen, die vordergründig nichts mit Rechnen zu tun haben. Erklären lässt sich das damit, wie unser Gehirn Zahlen und mathematische Operationen verarbeitet.
Schon länger vermutet man: Ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und ein gewisses Flair für Mathe gehen oftmals Hand in Hand. «Das hängt mit der Aufgabenteilung in unserem Gehirn zusammen», sagt Studienautor Torkel Klingberg, Professor für Neurowissenschaften am schwedischen Karolinska-Institut. Zahlen würden in der gleichen Hirnregion verarbeitet, die auch für das räumliche Vorstellungsvermögen zuständig sei. Aufgaben, bei denen man einen dreidimensionalen Körper in der Vorstellung drehen muss, kommen deshalb im Matheunterricht immer wieder vor. Auch bei der Gymiprüfung stossen Primarschüler häufig auf eine solche Übungsanlage.
Entscheidend ist das räumliche Arbeitsgedächtnis
Die schwedische Studie zeigt nun aber. Es gibt Aufgaben, die mathematische Fähigkeiten zumindest im jungen Alter sogar noch besser schulen als das Rotieren von verschachtelten 3-D-Objekten im Geiste. Am erfolgreichsten waren in der grossangelegten schwedischen Studie zwei Typen von Aufgaben: Sie forderten einerseits das visuell-räumliche Arbeitsgedächtnis und andererseits das logisch-räumliche Denken.
Bei den Aufgaben, die das visuell-räumliche Arbeitsgedächtnis trainierten, sahen die Kinder beispielsweise 16 weisse Punkte in einem Gitter vier auf vier angeordnet. Der Reihe nach blinkten dann – je nach Niveau – drei bis sieben Punkte hintereinander auf. Das Kind musste die Punkte in der exakt gleichen Reihenfolge wiederholen. Bei sechs oder sieben Punkten kann das auch für Erwachsene zur Herausforderung werden.

