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Im Winter geimpft – und im Sommer in Quarantäne?

Bereits in wenigen Wochen läuft bei den ersten Geimpften der offizielle Impfschutz ab. Es gibt aber Hinweise, dass die Impfung länger als ein halbes Jahr vor einer Ansteckung schützt.

Im Winter geimpft – und im Sommer in Quarantäne?

Aus bisher vorliegenden Studiendaten ist bekannt, dass der Schutz der Corona-Impfungen mindestens sechs Monate nach der zweiten Dosis anhält. Allerdings läuft für die ersten Geimpften in der Schweiz diese Frist bereits in rund eineinhalb Monaten ab. Falls der Impfschutz nicht rechtzeitig verlängert wird, müssen Geimpfte nach Ablauf der sechs Monate wieder mit einer Quarantäne rechnen, wenn sie in Kontakt mit einer infizierten Person kommen. Zudem müssten sie sich für den Zutritt zu bestimmten Orten wieder auf Corona testen lassen.

Als Erste würde dies vor allem Betagte wie die 90-jährige Luzernerin betreffen, die am 23. Dezember in einem Pflegeheim als Erste in der Schweiz gegen Corona geimpft wurde. Die zweite Dosis bekam sie rund vier Wochen später, also in der zweiten Januarhälfte. Offiziell geht man bei den beiden in der Schweiz zugelassenen Impfstoffen von Pfizer und Moderna von einer Schutzdauer von sechs Monaten aus. Spätestens in der zweiten Julihälfte muss also klar sein, wie es für die früh Geimpften weitergeht.

«Wir gehen davon aus, dass der Impfschutz länger andauert.»

BAG-Sprecherin

Zurzeit ist noch offen, ob und wenn ja, um wie viel das Bundesamt für Gesundheit (BAG) diese Frist verlängert. Das BAG verfolge die Ergebnisse laufender Studien eng. «Wir gehen davon aus, dass der Impfschutz länger andauert», sagt eine BAG-Sprecherin. «Falls die Daten dies nahelegen, wird die Dauer der Quarantänebefreiung voraussichtlich entsprechend angepasst.»

Auch die eidgenössische Impfkommission (Ekif) stellt in den nächsten Wochen eine Aussage zum Impfschutz in Aussicht. Sowohl die Dauer des Schutzes nach einer Infektion wie auch nach vollständiger Impfung sei in Diskussion, sagt Ekif-Präsident Christoph Berger. Allerdings werde sich die Impfkommission nur zur Dauer des Impfschutzes äussern. Auch Berger geht davon aus, dass die Schutzdauer der Impfung verlängert wird.

Diese Frage muss auch im Zusammenhang mit der Einführung des Covid-Zertifikats geklärt werden. Denn das Zertifikat belegt unter anderem, dass jemand dank der Impfung als immun gilt. Geimpfte profitieren unter anderem davon, dass sie nicht mehr in Quarantäne müssen, wenn sie Kontakt mit Infizierten hatten. Allen vollständig Geimpften winken zudem bald weitere Erleichterungen, etwa der Zutritt zu Grossveranstaltungen und ungehindertes Reisen in viele Länder.

Wann braucht es eine Auffrischung?

Offen ist auch die Frage, ab wann es eine Auffrischimpfung gegen Corona braucht. Zurzeit forscht Moderna an einer Auffrischimpfung, die auch neue Virusvarianten berücksichtigt. Der Bund hat Anfang Mai mit Moderna einen weiteren Vertrag über die Lieferung von insgesamt 7 Millionen Dosen in den ersten Monaten des Jahres 2022 abgeschlossen. Mit diesem Vertrag sei die Schweiz gut gegen zukünftige Virusmutationen gerüstet, hielt das BAG fest. Zudem hat der Bund eine Option auf den Kauf weiterer 7 Millionen Dosen im Verlauf des Jahres 2022.

Auch Pfizer/Biontech klärt entsprechende Fragen zurzeit ab. Wahrscheinlich sei eine dritte Dosis innerhalb eines Jahres nötig, sagte Pfi­zer-Chef Albert Bourla im April dem US-Sender CNBC. Ein wahrschein­li­ches Szenario sei eine dritte Dosis nach sechs bis zwölf Monaten, danach jährliche Auffrischim­pfungen.

(Autoren: Markus Brotschi, Gregor Poletti)

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