Auch er musste Lehrgeld bezahlen. Allerdings strahlt André Böni, als er dies erzählt. Denn nun ist er sehr zuversichtlich, dass er die Lehre bestanden hat und auf Meisterkurs ist. Böni war ursprünglich in der Transportbranche tätig, wohnt in Wollerau am oberen Zürichsee und ist zum Maskenfabrikanten geworden. Und zwar an einem besonderen Ort.
Wir stehen vor einem grossen gelben Tor und warten. Eine Stimme aus dem Lautsprecher hat gemeldet, es dauere ein Weilchen, bis die Schleuse sich öffnet. Einfach reinmarschieren geht hier nicht, denn wir begehren Einlass in einen Hochsicherheitstrakt. Die Schutzmasken des André Böni werden nämlich in den Werkstätten des Gefängnisses in Affoltern am Albis produziert.
Start im letzten Sommer
Alles begann im Sommer 2020, als Omar Simioni, der Leiter dieser Werkstätten, sich in den Kopf setzte, möglichst bald und vor Ort das herzustellen, was überall mangelte: FFP2-Masken. Es ist seine Aufgabe, für die 65 Insassen des Gefängnisses Affoltern, die man heute korrekt Eingewiesene nennt, Arbeit zu beschaffen.
Simioni ärgerte sich darüber, dass das ganze Land auf Masken aus China warten und für diese teilweise Wucherpreise bezahlen musste. Deshalb schrieb er ein Konzept zur Maskenproduktion in der Schweiz, in «seinen» Gefängniswerkstätten.

