Bald stehen Abstimmungen an und deshalb darf ich hier auch nichts über anstehende Abstimmungen schreiben. Dies trifft sich hervorragend. Politik ist nämlich momentan richtig mühsam. Weil egal bei welchen Themen, ob bei der Agrar- oder Migrationspolitik, bei Entwicklungshilfe oder Impfzwang, die Diskussionen drehen sich nur noch im Kreis.
Überall läuft es auf ein und dasselbe hinaus, nämlich, dass Leute mit einer Inbrunst an Überzeugung über Dinge diskutieren, von denen sie schlichtweg keine Ahnung haben. Und das eigentliche Problem: Das eigene Unwissen wird als «das ist halt meine Meinung» betitelt.
Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich habe nicht das Gefühl, die Weisheit mit dem grossen Löffel gefressen zu haben. Es gibt ganz sicher mehr, von dem ich keine Ahnung habe, als Dinge, von denen ich etwas verstehe. Das ist auch absolut legitim: Kein Mensch kann alles wissen. Man muss sich dessen nur bewusst sein. Dennoch gibt es Menschen, die mirakulös zu allem eine Lösung haben, die anderen immer sagen können, dass sie sich halt «unabhängig informiert» hätten. Diese Lösung nennt man «Meinung».
Jeder Mensch soll eine Meinung haben, davon bin ich flammende Verfechterin. Es gibt jedoch einen kleinen, nicht so feinen Unterschied: Man kann zu allem eine Meinung haben, auch wenn man keine Ahnung hat. Aber nur weil man sich eine Meinung zu etwas gebildet hat, bedeutet das noch lange nicht, dass man auch automatisch Ahnung von etwas hat.
«Dort, wo die Packungsbeilage länger ist als die Anwenderinformationen, folgen wir wie blinde Schafe.»

