Eine Legehenne von Bauer Christoph Herren frisst 118 Gramm Futter pro Tag und trinkt 2,2 Deziliter Wasser. Die 118 Gramm sind fein säuberlich auf den Magen und die Legeleistung des Huhns abgestimmt. 95 Prozent beträgt sie, praktisch jeden Tag legt die Henne ein Ei, Klasse Freilandei, 25 Rappen das Stück, wenn er es der Migros verkauft. In Herrens Stall in Wileroltigen BE leben 12’000 Legehennen und sechs Güggel (für die Rangordnung). 420 Tonnen Futter braucht er für seine Tiere pro Jahr.
Das Futter ist ein wichtiger Aspekt der Trinkwasserinitiative. Deren Befürworter wollen, dass nur noch Direktzahlungen erhält, wer keine Tiernahrung aus dem Ausland importiert. Im Initiativtext steht sogar, dass der Bauer das Futter auf dem eigenen Hof anbauen müsse. Hier zeigen sich die Initianten bereits kulant: Man könne über diesen Passus reden und die Ware auch von anderen Schweizer Bauern beziehen. Die Krux sind daher die Importe. Geht es ohne sie?
70 Prozent werden importiert
Hühner sind dafür ein gutes Beispiel. Erstens, weil der Konsum von Eiern und Pouletfleisch in den vergangenen Jahren markant angestiegen ist. Zweitens, weil über 70 Prozent ihres Futters importiert wird. Drittens, weil ihre Ernährung wie kaum eine andere auf Effizienz getrimmt ist. Fehlen bestimmte Zutaten wie Proteine, lässt die Legeleistung sofort und bis zu einem Drittel nach.
Die Hühner fressen Mais (35 Prozent beträgt der Anteil am täglichen Bedarf), Weizen (22 Prozent), Proteine wie Soja und Eiweisserbsen (20 Prozent), Mineralstoffe wie Kalzium (11 Prozent) und Nahrungszusätze. Für die Eier- und Fleischproduktion besonders wichtig: Soja, weil günstig, hochkonzentriert, effizient. Blöd daran: Genau dieses wird praktisch zu 100 Prozent importiert, die Schweiz mit ihrem feuchten Klima ist kein optimales Anbauland.

