Corona hat den Automarkt wuchtig getroffen. 237’000 Neuwagen sind letztes Jahr auf die Strassen der Schweiz und Liechtensteins gekommen, so wenige wie seit der Ölkrise in den 70er-Jahren nicht mehr.
Einen markanten Knick in der Statistik hat das Pandemiejahr auch in einem anderen Bereich gebracht: Der durchschnittliche CO₂-Ausstoss der Neuwagen ist im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 10 Prozent gesunken, von 138 Gramm pro Kilometer auf knapp 124; das Bundesamt für Energie (BFE) bestätigt Recherchen dieser Zeitung.
Der definitive Wert steht zwar noch nicht fest, Änderungen hinter dem Komma sind noch möglich. So oder so bringt der Rückgang aber gleich zwei Rekorde. Zum einen gingen binnen eines Jahres die CO₂-Emissionen der Neuwagen noch nie so stark zurück wie 2020; die bislang grösste Reduktion erfolgte 2014 auf 2015 mit einem Minus von 5 Prozent. Zum anderen war der durchschnittliche CO₂-Ausstoss der Neuwagen noch nie so tief wie letztes Jahr. Der Hauptgrund für die verbesserte CO₂-Bilanz sind die boomenden Autos mit Alternativantrieb. Letztes Jahr waren es knapp 67’000 Fahrzeuge, fast zwei Drittel mehr als 2019.
Verschärfte Vorgabe zeigt Wirkung
Trotz allem: Strafzahlungen müssen die Importeure auch jetzt wieder leisten – und das in Rekordhöhe. Gemäss Informationen dieser Zeitung sind es zwischen 100 und 200 Millionen Franken. Das BFE bestätigt diese Grössenordnung, detaillierte Zahlen gibt es aber erst im Sommer bekannt. In jedem Fall ist das deutlich mehr als im bisherigen Spitzenjahr 2019 mit 78 Millionen Franken.

