Im April 1921 stimmte Winterthur mit grosser Mehrheit einer neuen Gemeindeordnung zu. Aufgrund dieses Entscheids erlebte die Stadt am 1. Januar 1922 ihren vermutlich grössten Einschnitt in ihrer jüngeren Geschichte. Über Nacht verwandelte sich der historische Ort mit knapp 27'000 Einwohnerinnen und Einwohnern dank der Eingemeindung von fünf Vorortsgemeinden in eine flächen- wie bevölkerungsmässig stattliche Schweizer Stadt, die sich stolz Gross-Winterthur nannte.
Weniger bekannt sind nachträgliche Korrekturen der Stadtgrenzen. Kaum war die neue Grossstadt gebildet worden, musste sie – nicht immer freiwillig – bei Kollbrunn, Winterberg und Brütten Gebiete an Nachbargemeinden abtreten. Für besonderes Aufsehen sorgte die Bereinigung im Tösstal, die erst Jahre später ein erfolgreiches Ende fand.
Eine Vereinigung mit Hürden
Doch von vorne: Anders als aus heutiger Sicht zu vermuten wäre, ging der Anstoss zu einem Zusammenschluss nicht etwa vom Stadtzentrum aus, sondern von den Vororten. Als Sitz von Handelshäusern und Industrie- wie Gewerbebetrieben war Winterthur eine vergleichsweise wohlhabende Stadt. Viele Arbeiterinnen und Arbeiter lebten mangels günstigen Wohnmöglichkeiten in der Umgebung und pendelten täglich in die Stadt.
«Besonders drückend war die Situation in Veltheim.»

