Nun könnte das Covid-Zertifikat plötzlich auch für den Restaurantbesuch nötig werden: Wirte sollen die Möglichkeit erhalten, nur noch Geimpfte, Getestete und Genese einzulassen. Der Bundesrat hat viele überrumpelt, als er am Mittwoch diese Pläne vorstellte. In der roten Zone mit hohem Ansteckungsrisiko wird das Zertifikat obligatorisch, etwa bei Grossveranstaltungen und in Diskotheken. Restaurants, Bars und Fitnesscenter in der orangen Zone können das Zertifikat verlangen, im Gegenzug dürfen sie auf Schutzkonzepte wie Abstand, Masken und Plexiglas verzichten.
Noch hat der Bundesrat am Mittwoch Regeln zur Anwendung des Impfzertifikats erst in groben Zügen vorgestellt. Die Verordnungen will er im Mai zur Stellungnahme an die Kantone schicken, im Juni sollen dann die Entscheide fallen.
Restaurants im Dilemma
Die Unternehmen hat er damit aber bereits in ein Dilemma gestürzt. Ein Kinobetreiber etwa muss sich überlegen, ob er den Saal mit Geimpften will füllen dürfen – oder ob er die Kapazität reduziert, um alle einlassen zu können. Die Kinobranche ist skeptisch, wiewohl sie mit dem Zertifikat auf Mindestabstände und Essverbot verzichten könnte. «Die Kinos können das Zertifikat verlangen, doch zu Beginn wird der Kundenkreis mit Zertifikat sehr, sehr klein sein», sagt René Gerber vom Branchendachverband Procinema. «Das bringt den Kinos umsatzmässig also nichts.»
«Die Gäste wollen keine neuen Einschränkungen.»
Bruno Lustenberger, Hotel Krone Aarburg

