Wir treffen den angesehenen Chemiker Armin Reller in der Stube des Restaurants Obstgarten in Oberlangenhard. Die Besitzerin und Wirtin des Restaurants, Hedi Werren, ist eine Jugendfreundin. «Als Kind sind wir beinahe jeden Sonntag nach Tüfels Chilen spaziert und am Schluss gabs einen Most im Obstgarten», erinnert sich Reller.
Und dann sind wir schon in seinem Fachgebiet: «Früher waren die Kalkablagerungen in Tüfels Chilen viel grösser», erzählt er und erklärt mir dann sofort, wie die charakteristischen Tuffstein-Formationen entstehen: Wenn das kalkhaltige Wasser aus dem Innern an die Oberfläche tritt, entweicht das darin gebundene CO2 und fällt dabei als Kalk aus.
Dieser Kalk verdichtet sich im Lauf der Zeit zu Steinen und später zu richtigen weichen Felsen. Das Gestein ist äusserst porös und deshalb wieder ein idealer Nährboden für Moose und Pflanzen. Insgesamt sind solche Prozesse entscheidend für das CO2-Gleichgewicht unseres Planeten.
Neues Fachgebiet gegründet
Das ist angewandte Chemie – und damit das Lebensthema von Armin Reller: Er wurde 1952 in Kollbrunn geboren und studierte ab 1972 an der Universität Zürich Chemie. Er entschied sich für eine Laufbahn in der Wissenschaft und übernahm nach der Habilitation 1992 den Lehrstuhl für Anorganische und Angewandte Chemie an der Universität Hamburg.

