Friedhöfe sind Stätten der Ruhe und der Besinnung. So lautet die offizielle Definition, die im «Reglement über das Bestattungswesen und die Friedhöfe»der Stadt Zürich festgelegt ist. Doch zumindest auf dem Friedhof Sihlfeld sieht die FDP Kreis 3 diese Totenruhe gestört. «Wir haben in der Vergangenheit unzählige Klagen von Privatpersonen erhalten, dass die Vorgaben nicht eingehalten werden», sagt FDP-Gemeinderat Raphaël Tschanz.
Auch der Quartierverein Wiedikon klagt über die Zustände auf dem Friedhof. Seit der Stadtrat vor drei Jahren die Öffnung des Areals während der Nacht beschlossen habe, werde es als Drogenumschlagplatz oder als Sextreffpunkt missbraucht. Störend ist für den Quartierverein auch der Umstand, dass einige Besucherinnen und Besucher in Sichtweite der Trauernden picknicken oder im Bikini ein Sonnenbad nehmen. Der Respekt fehle. «Das gilt es zu ändern», sagt Tschanz.
Gespräch mit der Bevölkerung
Im vergangenen Sommer lancierte die FDP-Ortspartei deshalb eine Petition, die sie mit rund 360 Unterschriften Ende November einreichte. Die Forderungen: eine temporäre Schliessung des Friedhofs Sihlfeld in der Nacht, konsequente Wegweisungen sowie Erlass von Arealverboten bei Nachtruhestörung und griffige Massnahmen gegen Littering.
Der Stadtrat werde die Petition noch diesen Monat beantworten und dabei auch zum Thema einer nächtlichen Schliessung Stellung nehmen, sagt Lukas Wigger, Sprecher des Präsidialdepartements. «Stadtpräsidentin Corine Mauchwird am Donnerstagabend an einer Online-Podiumsveranstaltung zum Thema teilnehmen. Eindrücke aus dieser Diskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem Quartier können in die Antwort auf die Petition einfliessen», sagt Wigger.

