Die Entwicklung auf dem Dübendorfer Militärflugplatz ist zurück auf Feld 1. Unter Federführung des Kantons wird derzeit ein Synthesebericht erarbeitet, der aufzeigen soll, wohin die Reise gehen könnte. Dies wurde nötig, nachdem im Sommer das Verwaltungsgericht die Realisierung des Innovationsparks wegen planungsrechtlicher Mängel auf Eis gelegt und später dann auch noch der Bund die Pläne für einen Businessairport bachab geschickt hatte.
Mitten in dieser Phase der Konsolidierung melden sich jetzt drei Luftfahrtexperten zu Wort: Stefan Conrad, früherer Betriebsleiter des Flughafens Zürich, Markus Gygax, Ex-Kommandant der Schweizer Luftwaffe und Peter Müller, ehemaliger Direktor des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl). Sie nennen sich «Thinktank» und präsentierten am Dienstag ihre Ideen, wie die Entwicklung auf dem Flugplatzareal vorangebracht werden könnte.
Ihre Vision: Statt den Flugbetrieb und den Innovationspark separat zu betrachten, sollen die beiden Bereiche eng verzahnt werden. Der Name – folgerichtig: Airfield Science City. Der Flugplatz Dübendorf soll, Zitat: «zu einem international führenden Standort für die Forschung, Entwicklung und Erprobung von CO2-neutralen Mobilitätssystemen in der Luft wie am Boden» werden. Und das schon ab 2026. «Ein ehrgeiziges Ziel», räumte Stefan Conrad ein, «aber machbar.»
Militär als Mieter
Das Gremium will die Flugbewegungen bei 20‘000 Starts und Landungen deckeln, das ist etwa der Stand heute. Geschäftsfliegerei sei kein Thema mehr, wurde mehrfach versichert. Conrad stellte aber auch klar, das Vorhaben sei unter diesen Voraussetzungen nicht ohne finanzielle Beteiligung der öffentlichen Hand möglich. Er rechnete vor, dass der Betrieb mit rein aviatischer Nutzung in der Anfangsphase ein jährliches Minus von zwei Millionen Franken einfliegen werde.

