Der Schreck fuhr mir durch alle Glieder! Dabei sollte ich doch nur einen kleinen Besuch zum Kaffee machen. Und dann – die riesige Schlange vor dem Haus. Ich kehrte um und rief aus dem Auto meine Gastgeber an.
Es sei mir unmöglich, an diesem grässlichen Biest vor der Haustüre vorbeizugehen. Ich hätte einfach Angst. Ausgelacht haben sie mich, schrecklich ausgelacht. Sie holten mich ab und baten mich, genauer hinzusehen. Die Schlange war ein expansiv gewachsener Ast.
Solche Peinlichkeiten passieren, wenn man flüchtig an Dingen vorbeirennt, nicht genau beobachtet oder einfach blind durch die Gegend tappt. Dabei lohnt es sich, die Umgebung bietet derart viele kleinere und grössere Anblicke, die uns in Staunen versetzen.
Beispielsweise die unendlich faszinierenden Formen der Natur, die unendliche Vielfalt menschlicher Gesichter und Gestalten, die absurden, witzigen, bewegenden oder alltäglichen Situationen, die sich aus Begegnungen oder dem Zusammenkommen unterschiedlichster Elemente ergeben.
Wie reich ist doch die Welt, wie inspirierend. Da fällt mir der Spruch meines Primarlehrers wieder ein: «Lappi tue d’Auge uf.» (Guy A. Lang)

