Ein junger Mann steht auf dem Perron des Zürcher Hauptbahnhofs und lehnt an einen Abfallkübel. Den Rücken hat er dem Gleis 4 zugewandt. Währenddessen läuft eine Frau, sie muss um die 40 Jahre alt sein, hinter dem Mann auf dem Perron auf und ab. Sie wartet auf ihren Zug. Als der Zug, ein doppelstöckiger Interregio, geschätzte 50 Meter entfernt ist, rennt der junge Mann plötzlich mit ausgestreckten Armen auf die Frau zu und stösst sie auf die Geleise.
«Sie schrie ‹Nein!›, aber es war zu spät», sagt Andreas Widmer. Der 59-jährige Zürcher hat den Vorfall beobachtet. So schildert er die unfassbare Szene, die sich letzten Freitag abgespielt hat.
Die Kantonspolizei Zürich sollte später mitteilen, eine 40-jährige Frau sei vor einen einfahrenden Zug gestossen worden. Dank der schnellen Reaktion des Lokomotivführers, der eine Notbremsung einleitete, habe sie sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Die Polizei habe den mutmasslichen Täter, einen 27-jährigen Eritreer, festgenommen. Nach ersten Erkenntnissen kannten sich Täter und Opfer nicht.
Der Zug kam vom Abstellgleis – zum Glück
Die Frau hatte grosses Glück, das sagt auch Widmer: «Sie konnte sich sofort aufrappeln und mithilfe eines anderen Zeugen aufs Perron steigen, bevor der Zug wenige Meter vor ihr zum Stehen kam.» In der Zwischenzeit sei der Täter, als wäre nichts gewesen, zum Abfallbehälter zurückgekehrt. «Ich hielt ihn am Ärmel fest und sagte, er solle sich hinlegen, was er sofort tat. Dann alarmierte ich die Polizei.»

