Hält sich der Bundesrat an seinen Öffnungsplan, den er vor rund einem Monat ausgearbeitet hat?
Grundsätzlich ja. Wie er vor einem Monat schon skizziert hat, sollen ab dem 31. Mai unter anderem die Restaurants auch in den Innenbereichen geöffnet, Präsenzunterricht an Hochschulen für mehr als 50 Personen zugelassen und die Homeoffice-Pflicht gelockert werden. Auch im Breitensport und bei den Freizeitaktivitäten hat er schon damals weitere Lockerungen per Ende Mai ins Spiel gebracht.
Das Öffnungspaket, bereits das vierte seit Ende Februar, enthält aber auch überraschende zusätzliche Elemente. So sollen zum Beispiel die Limiten für Veranstaltungen mit Publikum deutlich angehoben werden: Draussen sollen ab Ende Mai neu 300 statt wie bisher 100 Personen erlaubt sein, drinnen 100 statt 50. Hinzu kommt neu: dass maximal die Hälfte der Kapazität einer Lokalität genutzt werden darf, bisher war es nur ein Drittel. Bei Veranstaltungen ohne Publikum sollen neu generell 30 statt wie bisher 15 Personen erlaubt sein.
Warum öffnet der Bundesrat umfassender als ursprünglich angedacht?
Der Bundesrat betont in seiner Mitteilung zu den Öffnungsplänen, dass das letzte Paket vom 19. April sich «bislang nicht negativ auf die Entwicklung der Pandemie ausgewirkt hat». Das hat ihm offensichtlich Mut gemacht. Hinzu kommt: Mitte April hatte der Bund fünf Richtwerte für Öffnungen definiert. Aktuell sind drei (R-Wert, Belegung Intensivstationen sowie Anzahl Einweisungen in Spitäler) sicher erfüllt.

