Christina Affolter, 31 Jahre alt, ist mit dem zweiten Kind schwanger. Der Geburtstermin ist im August. Affolter würde sich gern gegen das Coronavirus impfen lassen. Sie sagt: «Eine Covid-Infektion kann bei schwangeren Frauen schwer verlaufen. Ich brauche für die Geburt jede Kraft, die ich habe.» Gemäss aktuellen Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) ist Affolter aber nicht zur Impfung zugelassen.
Seit vergangenem Sommer gelten Schwangere in der Schweiz als besonders gefährdete Personen. Das BAG stützt sich auf Studien, wonach schwangere Frauen bei einer Erkrankung am Coronavirus ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben als nicht schwangere Frauen im gleichen Alter.
Seit Ende Januar wird die Impfung für Schwangere empfohlen, aber nur in Ausnahmefällen: Wenn Frauen an chronischen Vorerkrankungen leiden oder beruflich einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, etwa als Pflegerin.
«Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass ich an Covid erkranke. Warum kann ich mich als besonders gefährdete Person nicht davor schützen?»
Christina Affolter ist mit ihrem zweiten Kind schwanger
Christina Affolter arbeitet im Homeoffice und hat keine Vorerkrankungen. Aber sie hat ein Kind, das in die Kita geht und dort mit Kita-Betreuerinnen, anderen Kindern, deren Eltern in Kontakt kommt. Mit jungen Menschen wie Christina Affolter also, für die das Risiko einer Covid-Erkrankung zurzeit so hoch ist wie noch nie.

