Die Autoindustrie bringt derzeit im Wochentakt neue E-Auto-Modelle auf den Markt. Besonders deutsche Hersteller übertreffen sich gegenseitig bei der Umrüstung ihrer Flotte von Verbrennern hin zu Fahrzeugen mit Elektroantrieb. Gebremst wird der rasante Wandel höchstens von zurückhaltenden Kunden und fehlender Ladeinfrastruktur. Doch es gibt noch ein anderes Hindernis, das den Siegeszug der E-Autos aufhalten kann, zumindest hierzulande: Der Strom reicht nicht.
Eine Studie rechnet vor, wie viel Strom die Schweiz zusätzlich benötigen dürfte, um die Batterien der E-Autos der Zukunft aufzuladen. Die von der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES) herausgegebene Untersuchung zeigt: Fahren in naher Zukunft alle Autos in der Schweiz mit einem batteriebetriebenen Elektromotor, nimmt der Stromverbrauch massiv zu: Je nach Szenario um 16 bis 33 Prozent.
Drei Szenarien durchgerechnet
Um die Entwicklungen der Zukunft mit Homeoffice und einer reduzierten Mobilität aufzufangen, rechnet die Studie mehrere Szenarien durch. Beim Szenario «weiter wie bisher» setzt sich die Verkehrszunahme der letzten Jahre fort. Laut Bundesamt für Raumentwicklung wäre dies ein Plus von 18 Prozent bis 2040. Würden dann alle Autos mit Batterien betrieben, stiege der Strombedarf um 25 bis 33 Prozent gegenüber dem heutigen Verbrauch der Schweiz.
Beim zweiten Szenario, der «Verkehrswende light», wird mit 10 Prozent weniger gefahrenen Autokilometern gerechnet. Dafür braucht es aber eine Steigerung bei Car-Pooling, Förderung des Veloverkehrs und Massnahmen für mehr Homeoffice. Doch auch bei diesem Szenario steigt der Strombedarf um 21 bis 29 Prozent.

