Am Mittwoch hat die Zürcher Gesundheitsdirektion 50’000 neue Impftermine freigeschaltet. Buchen können sie alle jene Impfgruppen, die bereits zugelassen waren. 30’000 davon sind für die 160 Apotheken im Kanton Zürich vorgesehen, die sich neu an der Impfkampagne beteiligen. Weil aber nach der Waadt nun auch der Kanton Bern sein Programm für alle Volljährigen öffnet, wirkt Zürich trotz der gestrigen Ankündigung wenig agil.
Die Geschwindigkeit
Im April sah es zwischenzeitlich aus, als würde Zürich beim Impftempo im Vergleich mit den anderen einen Zacken zulegen: Mitte Monat ging es hier deutlich schneller vorwärts als in der Waadt, und es schien nur eine Frage der Zeit, bis auch die Berner überholt sein würden. Doch seither stagniert Zürich wieder, während die anderen aufs Tempo drückten.
In der letzten Woche wurde hier im Schnitt täglich eine von 200 Zürcherinnen und Zürchern gepikst. Oder in absoluten Zahlen: rund 7700 Personen pro Tag. Bern war zuletzt fast 50 Prozent schneller, die Waadt 35 Prozent. Um zumindest den Anschluss zu halten, müssten es in Zürich 12’000 Impfungen pro Tag und mehr sein. Dass dies machbar ist, hat sich in der Woche vor dem 1. Mai gezeigt. Weil seither aber nur wenige Impfungen gemeldet wurden, dürfte es noch Tage dauern, bis der Trend in Zürich wieder aufwärtsgeht.
Unter dem Strich hat sich der Impfrückstand auf die anderen grossen Kantone, den sich Zürich zu Beginn der Kampagne einhandelte, im letzten Monat zwar nicht mehr verschärft – aber er wurde auch nicht aufgeholt. In Personen gerechnet, liegt man zweimal eine Stadt von der Grösse Usters zurück, beim jetzigen Tempo entspricht das einer guten Impfwoche.

